Die Komplett-Rekonstruktion eines Wollhaar-Mammuts im Museum Wiesbaden. (Symbolbild)
  • Die Komplett-Rekonstruktion eines Wollhaar-Mammuts im Museum Wiesbaden. (Symbolbild)
  • Foto: dpa

Rekord-Fund in Mammut-Zähnen: Forscher entdecken älteste DNA-Spuren der Welt

Sibirien/Stockholm –

Faszinierender Fund in Sibirien: Schwedische Forscher sind auf das bisher älteste Erbgut überhaupt gestoßen – entdeckt in Mammutzähnen, konserviert im Permafrost. Die DNA-Spuren sollen die ältesten sein, die der Wissenschaft je zur Verfügung standen. Brisant: Ohne die Klimakrise wäre der Fund wohl niemals möglich gewesen.

Die Rückverfolgung der Spuren unserer Vorfahren reicht schon ziemlich weit zurück. Aber das, worauf die Forscher jetzt stießen, soll „tausend Mal älter als Überreste von Wikingern“ sein. Für die Wissenschaft ein Meilenstein, die Forscher sind aus dem Häuschen. Die Ergebnisse der Studie waren am Mittwoch in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazin „Nature“ erschienen.

DNA-Spuren sind älter als Überreste von Wikingern

„Diese DNA ist unglaublich alt“, sagte etwa Love Dalén vom Zentrum für Paläogenetik in Stockholm, der an der Forschung beteiligt war. „Die Proben sind tausend Mal älter als Überreste von Wikingern und gehen in die Zeit vor den Menschen und Neandertalern zurück.“

Insgesamt geht es um drei Funde: Einer davon ist rund 800 000 Jahre alt, die beiden anderen mehr als eine Million Jahre. Bisheriger Rekordhalter: DNA-Spuren eines Ur-Pferdes, die bis zu 780 000 Jahre alt sind.

Bei den nun untersuchten Mammuts handelt es sich einerseits um zwei Steppenmammuts, die vor mehr als einer Million Jahren lebten. Das dritte Mammut ist eines der frühesten Wollhaarmammuts, die je gefunden wurden. Das älteste Tier nannten die Forscher Krestovka, es könnte sogar rund 1,65 Millionen Jahre alt sein.

Auch Knochen von Frühmenschen könnten noch gefunden werden

Das zweite Mammut, Adycha, wird auf 1,34 Millionen Jahre datiert. Chukochya, das jüngste der dreien, auf 870 000 Jahre. Dalén schränkte aber ein, dass es bei der Datierung der DNA von Krestovka eine Unschärfe gebe.Der spektakuläre Fund wäre den Forschern ohne Klimakrise wohl durch die Lappen gegangen, denn der Permafrost in Sibirien schmilzt stetig – und gibt mehr Mammutüberreste frei. Dalén ist sogar optimistisch, bald noch ältere DNA-Spuren aus dem Permafrost zu gewinnen.

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Besonders spannend:  Er sagte zudem, es könnte sein, „dass wir in den nächsten Jahren auch auf Knochen von Homo erectus stoßen“, also des Frühmenschen, der als Vorgänger des Neandertalers gehandelt wird. Welch faszinierende Suche! (alp)

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