Patitz
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  • Tatjana Patitz 2015 in Los Angeles.
  • Foto: picture alliance/dpa

Tatjana Patitz: Sie hielt ihre Krankheit geheim – und fand ihr Glück bei ihren Tieren

Sie war mehr als ein Model – Tatjana Patitz war eine Topmodel-Ikone. Sie war ein Superstar. Aber ihr Herz hing nicht an High Fashion, an Glamour oder Ruhm. Die blonde Deutsche mit den Gletscheraugen liebte die Natur. Ihre Pferde. Die Freiheit. Am Mittwoch ist Tatjana Patitz gestorben, mit nur 56 Jahren, an Brustkrebs.

Die Nachricht war ein Schock. Nicht nur für Menschen, die sich für Mode interessieren. Tatjana Patitz, den Namen kennen die meisten, auch wenn die gebürtige Hamburgerin schon lange eher zurückgezogen auf einer Ranch in Kalifornien lebte. Mit ihrem Sohn, ihren Hunden, ihren Pferden. Im vergangenen Jahr sah man sie einige Male in der alten Heimat, noch im November trat sie mit Modelkollegin Eva Padberg in der Rateshow „Wer weiß denn sowas?“ auf.

Patitz erzählte nur ihrem engsten Umfeld von der Diagnose

Was niemand wusste bei der Aufzeichnung, also vor gerade mal acht Wochen: Patitz war schwer erkrankt, sie hatte Brustkrebs. Dank Früherkennung und Therapiemöglichkeiten eine Krankheit, die heute gut behandelbar ist – 87 Prozent aller Patientinnen sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Aber: Allein in Deutschland sterben eben auch jährlich noch immer 18.000 Frauen daran.

Berühmt wurde Tatjana Patitz 1990 – da erschien ein ikonisches „Vogue“-Cover, fotografiert von Peter Lindbergh. Darauf posierte sie mit Naomi Campbell, Christy Turlington, Linda Evangelista und Cindy Crawford. Im selben Jahr erschien das Video zum Song „Freedom“ von George Michael, dort spielte auch noch Helena Christensen mit. Zusammen galten sie als die „Original Supermodels“ – berühmter als sie sind Frauen in diesem Beruf nie gewesen.

Tatjana Patitz wurde 1990 weltberühmt

Für Tatjana Patitz war Modeln genau das: ein Beruf, keine Berufung. Sie wollte privat niemals groß in der Öffentlichkeit stehen – sie wollte auf dem Rücken eines Pferdes sitzen. Das war für die Tochter eines Deutschen und einer Estin buchstäblich das größte Glück: „Mein liebster Ort, um die Welt zu entdecken“, erzählte sie in einem kurzen Clip auf auf Instagram. Magisch sei diese Verbindung, die Freiheit, die sie mit Pferden spürte. So sehr, dass „mir manchmal vor Glück die Tränen kommen“.

Das andere große Glück in ihrem Leben: Ihr Sohn Jonah aus der Ehe mit dem Geschäftsmann Jason Johnson. Für ihn fing sie sogar an, mit Helm zu reiten: „Seitdem ich eine Mutter bin, trage ich Verantwortung“, sagte sie einmal. Der 19-Jährige begleitete sie im November auch auf ihrem letzten Auftritt in Deutschland.

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Patitz hatte keine Lust auf Partys und Großstadtleben: „Ich brauche immer Zugang zur Natur“, sagte sie. Aber sie pflegte Kontakt zu Menschen aus der Modebranche, kannte auch Wolfgang Joop gut. Der schrieb jetzt in einem Nachruf: „Dieses Gesicht war unvergesslich. Es ist unvergesslich. Dieser Blick war magisch.“ Helena Christensen, mit der sie bis zum Schluss befreundet war, schreibt, Tatjana habe einen „göttlichen Spirit“ gehabt. Und für den Himmel wünscht sie ihr: „Ich hoffe, du reitest auf einem Pferd über endlose Wiesen und der Wind bläst dir durchs Haar.“

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