Der Moderator Horst Lichter vor einem „Bares für Rares“-Schild
  • Dauerbrenner: Horst Lichter moderiert die Sendung seit ihrer Erstausstrahlung am 03. August 2013
  • Foto: ZDF Presse

Quotenhit: Darum fahren alle auf „Bares für Rares“ ab

Antiquitätenhändler begutachten alten Plunder und überbieten sich, um die Stücke zu ersteigern. Klingt langweilig? Ist aber eine der meistgesehenen Shows in Deutschland: Millionen Menschen fahren auf „Bares für Rares“ ab. Aber warum?

Sie hat die Konkurrenz mal wieder weit hinter sich gelassen: Die Sommer-Spezialausgabe von „Bares für Rares“ am vergangenen Mittwoch war an diesem Abend die meistgeschaute Sendung im deutschen TV. Und zwar mit Abstand! Im Schnitt 4,61 Millionen (19,9 Prozent) schalteten ein. Die Sendung auf Platz 2 im Quotenranking konnte nicht mal halb so viele Zuschauer begeistern: Das ARD-Drama „Was wir wussten – Risiko Pille“ sahen im Schnitt nur 2,06 Millionen Menschen (8,9 Prozent).

Fantasie der Zuschauer trägt zum Erfolg bei

Normalerweise läuft die beliebte Trödelshow nachmittags im ZDF, hin und wieder schafft sie es aber auch Mal ins Primetime-Programm. Denn „Bares für Rares“ ist ein absoluter Quotenhit: Bis zu drei Millionen Menschen schalten jeden Tag um 15.05 Uhr ein, um sich die Sendung anzusehen. Dabei ist das Konzept der 2013 gestarteten Show megasimpel – ist gerade das der Schlüssel zum Erfolg?

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Nicht nur, erklärte Medien-Experte Jo Groebel im Interview mit „Focus Online”: Ihm zufolge trage auch die Fantasie der Zuschauer zum Erfolg bei. „Jeder Normalbürger träumt davon, im Keller oder auf dem Speicher einen Schatz zu finden, der ihn reich machen oder zumindest mit einem angenehmen Geldbetrag versehen könnte. Beflügelt wird die Fantasie von den regelmäßigen Millionenfunden wertvoller Gemälde oder Kunstwerke durch ‚kleine Leute‘ auf dem Dachboden“, so Groebel.

Hintergrundgeschichten emotionalisieren die Zuschauer

Aber auch der Hang zur Nostalgie befeuere den „Bares für Rares“-Hype: Die gehandelten Gegenstände höben sich „in einem Meer standardisierter Massenware bei Geschenken, Accessoires oder der Wohnungsdekoration“ einfach ab, so Groebel. Deswegen seien auch Flohmärkte so erfolgreich.

Nicht zuletzt sei die Sendung natürlich auch spannend: Sowohl die Hintergrundgeschichte der Kandidaten als auch das Feilschen der Händler emotionalisiere viele Menschen, so der TV-Experte. „Die Fragen ‚echt-unecht‘, ‚wertvoll-billig‘ oder die nach dem erzielten Preis bauen gegenüber den meist bescheidenen (Noch-)Besitzern Sympathie und Mitfiebern auf.“

Ein dimantenbesetztes Brustkreuz, das Holzsplitter vom Kreuz Jesu enthalten soll
Kein Exponat brachte mehr ein als das am 22. Mai 2019 gehandelte Pektorale

Teuerstes Exponat der über 1000 Folgen war übrigens ein goldenes Pektorale, also ein Kreuzanhänger aus der Zeit um 1700. Das mit 40 Karat Diamanten besetzte Schmuckstück enthält angeblich Splitter vom Kreuz Jesu. Händlerin Susanne Steiger blätterte dafür stolze 42.000 Euro hin. (mik)

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