Schlagersänger und Corona-Schwurbler Michael Wendler
  • Schlagersänger und Corona-Schwurbler Michael Wendler
  • Foto: IMAGO/Eibner

„KZ Deutschland“: Corona-Regeln: Der Wendler mit widerlichem Holocaust-Vergleich

Köln –

Er ist wieder da: Der Schlagersänger Michael Wendler (48), der heute nur noch für’s Corona-Schwurbeln bekannt ist. Und wie zu erwarten spielt die Musik mal wieder nicht auf der Bühne, sondern auf Telegram. Dort regte sich Wendler über die neuen Corona-Maßnahmen in Deutschland auf – und zog einen absurden, den Holocaust verharmlosenden KZ-Vergleich.

Während der Schlagersänger und Juror zur Primetime bei RTL Kommentare zu DSDS-Kandidaten abgibt, pestet er über den Nachrichtendienst Telegram seine verdrehten und abstrusen Weltanschauungen in die Welt. Zwar hat sich Wendler bereits mehrfach mit irren Verschwörungen zur Corona-Pandemie einen zweifelhaften Namen gemacht, doch dieses Mal setzte er noch einen drauf: Er verglich Deutschland heute mit den KZs der Nazis.

Köln: Wendler vergleicht Corona-Maßnahmen mit KZs

Der Hintergrund: Bund und Länder haben beim gestrigen Corona-Gipfel unter anderem einen Bewegungsradius von 15 Kilometern für Menschen in deutschen Corona-Hotspots (Inzidenzwert von mindestens 200) beschlossen. 

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Dieser Beschluss brachte bei Wendler anscheinend auch den eben noch verbliebenen Realitätsbezug völlig durcheinander. Er wendlerte: „KZ Deutschland??? Es ist einfach nur noch dreist, was sich diese Regierung erlaubt! Das Einsperren von freien und unschuldigen Menschen ist gegen jegliche Menschenwürde!!!“

Anti-Corona-Maßnahmen mit den Konzentrationslagern der Nazis gleichsetzen, in denen während des Holocausts Millionen Menschen gefoltert und ermordet wurden? Das war nicht nur den meisten Twitter-Nutzern zu viel.

Twitter: Oliver Pocher knöpft sich Wendler vor

Der Entertainer Oliver Pocher (42) brachte es bei dem Nachrichtendienst auf den Punkt: „Das ist nur noch dreist, widerlich und asozial…Dieser Vergleich hinkt auf ALLEN Ebenen… Wenn es noch so was wie letzte ‘Sympathien‘ gab, verspielst Du sie hiermit komplett!“

RTL positionierte sich ebenfalls klar gegen Wendler – zeigte sich aber vor allem geschäftstüchtig. Der Sender twitterte: „Wir lassen uns eine erfolgreiche Show nicht von einem Verschwörungstheoretiker zerstören. Die 13 Castingfolgen waren abgedreht, bevor Michael Wendler seine befremdlichen Aussagen tätigte. Nach den Castingepisoden spielt er keine Rolle mehr – weder bei DSDS noch bei RTL.“

Wendler war bereits im Oktober mit irren Verschwörungstheorien und wahnwitziger Kritik an der Bundesregierung aufgefallen. Er verkündete damals seinen Austritt bei DSDS. Die Castings waren zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits komplett im Kasten. Der Schlagersänger bleibt daher erstmal weiterhin in der Primetime zu sehen. Doch mittlerweile ist auch die Politik auf den Sänger aufmerksam geworden. Wie die „Bild“ berichtet, kritisiert Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (51, CDU) RTL und fordert den Abbruch der Show DSDS.

„Schlagersänger Michael Wendler gehört mit seiner Holocaust-Relativierung und seinen kruden Verschwörungstheorien nicht ins Fernsehen. Wer die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland mit einem KZ gleichsetzt und damit die Shoah derart relativiert, der sollte nicht von Woche zu Woche einem Millionenpublikum als Juror vorgesetzt werden“, so Becker.

Die von RTL vorgebrachte Begründung reiche ihm nicht aus. Es sei Zeit, dass der Sender aufwache.

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