Ein Handy mit dem WhatApp-Logo auf dem Bildschirm
  • Wegen der neuen Datenschutz-Regelungen steht WhatsApp schon länger in der Kritik.
  • Foto: (c) dpa

Aggressive Nachrichten: Jetzt geht’s WhatsApp an den Kragen

WhatsApp hat Ärger mit Verbraucherschützern. Ein europäischer Verbraucherverband wirft dem Instant-Messenger-Riesen vor, Nutzer auf unlautere Weise zur Annahme der neuen Datenschutzregeln gedrängt und damit gegen EU-Richtlinien verstoßen zu haben. Bereits im Januar hatte sich der Chat-Dienst Ärger eingehandelt.

Am Montag wandte sich der Europäische Verbraucherverband (BEUC) mit einer Beschwerde an die Europäische Kommission. „Seit mehreren Monaten bombardiert WhatsApp seine Nutzer durchgehend mit aggressiven Nachrichten, um sie dazu zu bewegen, die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren“, erklärte die BEUC-Chefin Monique Goyens. „Aber Nutzer wissen gar nicht, was sie da akzeptieren.“

Hartnäckige Benachrichtigungen setzen Nutzer unter Druck

WhatsApp verarbeite Nutzerdaten also ohne ausreichende Zustimmung weiter, sagte Goyens. „Deshalb rufen wir die Behörden dazu auf, nun schnell Maßnahmen gegen WhatsApp zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Rechte von Verbrauchern respektiert werden.“

Die Beschwerde richte sich zuerst gegen die „hartnäckigen, wiederkehrenden und aufdringlichen“ Benachrichtigungen, mit denen WhatsApp seine Nutzer zum Akzeptieren der neuen Nutzerbedingungen auffordere, so Goyens. Das setze Nutzer unter Druck und schränke ihre Wahlfreiheit ein.

WhatsApp soll Nutzerdaten an Facebook weitergeben

Zum anderen kritisiert der Verband BEUC, die neuen Regeln seien so unklar formuliert, dass die Nutzer nicht verstehen könnten, was mit ihren Daten passiere. Aber: Europäische Verbraucherschutzgesetze erfordern klare und transparente Kommunikation.

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Kritisiert wird an dem Update der WhatsApp-Nutzungsbedingungen vor allem, dass Nutzerdaten an Facebook, zu dem der Instant-Messaging-Dienst seit 2014 gehört, oder an Drittunternehmen weitergegeben werden. Konkret geht es um Account-Informationen wie Name, Telefonnummer oder Profilbild – Chats bleiben hingegen verschlüsselt.

WhatsApp selbst streitet einen neuerlichen Datenaustausch im Zuge des Updates ab. Allerdings teilt der Messenger nach eigenen Angaben ohnehin schon länger Informationen mit Facebook: etwa die Telefonnummer, bestimmte Geräteinformationen wie die Gerätekennung und die Betriebssystemversion sowie WhatsApp-Nutzungsdaten. Außerhalb der EU fließen bereits einige Daten unter anderem zu Werbezwecken an Facebook.

Das sagt der Chatdienst zu den Vorwürfen

Der zu Facebook gehörende Chatdienst hatte nach der Kritik an den im Januar angekündigten Regeln einen Rückzieher gemacht. Ursprünglich sollten Nutzer, die dem Update nicht zustimmen, mit der Zeit den Zugriff auf Grundfunktionen verlieren. Inzwischen drohen den Nutzern keine Konsequenzen mehr, wenn sie dem Update nicht zustimmen.

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WhatsApp-Chef Will Cathcart räumte vor einigen Wochen Fehler bei der Ankündigung der neuen Regeln ein. „Wir müssen klar kommunizieren, was wir machen und warum.“ Dies habe WhatsApp verpasst. „Wir wurden erst klarer, als wir die Verwirrung sahen. Das geht auf unsere Kappe.“ (afp/dpa)

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