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ProtestPolizisten nehmen in Moskau einen Teilnehmer einer Mahnwache gegen Russlands Angriff auf die Ukraine fest.
  • Polizisten nehmen in Moskau einen Teilnehmer einer Mahnwache gegen Russlands Angriff auf die Ukraine fest.
  • Foto: Vitaliy Belousov/Sputnik/dpa

Putins Russland: Wer für Frieden demonstriert, wird verhaftet

„Die Russen“ greifen die Ukraine an? Falsch. Im Lande Wladimir Putins gibt es auch sehr viele Menschen, die bestürzt und beschämt sind – und gegen die russische Invasion auf die Straße gehen. Diese mutigen Demonstranten bekommen die gnadenlose Härte des Regimes zu spüren.

Bei Protesten in mehr als 20 Städten wurden Bürgerrechtlern zufolge mehr als 1700 Menschen festgenommen. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info registrierte Aktionen in Dutzenden russischen Städten – trotz eines verhängten Demonstrationsverbots und angedrohten Strafen. In der Hauptstadt Moskau riefen etwa 1000 Menschen auf dem zentralen Puschkin-Platz „Nein zum Krieg!“. Und das ist wirklich mutig: Russische Behörden hatten nämlich eindringlich vor Protestaktionen gewarnt und mit Festnahmen gedroht. Russische Sicherheitskräfte sind bekannt dafür, mit Härte vor allem gegen oppositionelle Demonstranten vorzugehen.

Augenzeugen der Kundgebung in Moskau zeigten der dpa Videos vom gewaltsamen Vorgehen uniformierter Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten. Einige wurden grundlos brutal geschlagen.

Ukrainischer Präsident wendet sich an russische Demonstranten

Der ukrainische Präsident Selenskyi wandte sich in seiner Videobotschaft an Russen, die gegen Putin aufstehen: „Ich will allen russischen Bürgern, die protestieren, sagen: Wir hören Sie. Sie haben uns gehört. Sie haben begonnen, uns zu glauben. Kämpfen Sie für uns. Bekämpfen Sie den Krieg.“

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Die auch in Deutschland viel gelesene Autorin Ljudmila Ulitzkaja schreibt: „Das ist ein politisches Verbrechen, das später in Geschichtsbüchern auch so beschrieben sein wird.“ Offene, größere Proteste in der russischen Gesellschaft erwartet sie allerdings nicht: „Unsere Gesellschaft befindet sich in tiefster Apathie, Niedergeschlagenheit und Angst.“ Der Machtapparat unterdrücke jede Form von Protest. Auch die Moskau-Korrespondentin von ntv sagt: „Es ist der Führung immer wieder gelungen, mit teils brutalen Festnahmen und mit Schnellverfahren Demonstrationen klein zu halten.“

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