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  • So sah es aus, als die Menschen zur Wendezeit montags auf die Straße gingen.
  • Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb | Frank Kleefeldt

Streit um Montagdemos: DDR-Opferverband geht auf Linke los – „beschämend“

Die Energiepreise dürften ärmeren Haushalten im Herbst und Winter Probleme bereiten. Die Linke macht dafür die Politik der Ampel mitverantwortlich. Und will möglichst viele Menschen auf die Straße bringen. Hierfür will die Partei die Montagsdemos wieder aufleben lassen – die aber auch von rechter Seite genutzt werden. Wie sich abgrenzen? Und wem gehört der historisch bedeutende Demo-Tag? Ein Streit ist entbrannt. Und nun meldet sich auch noch der DDR-Opferverband und sagt: Die Linke missbraucht unser Symbol des Widerstandes.

Ein „heißer Herbst“ soll es laut der linken Parteispitze für die Ampel werden. Auch die originalen „Montagsdemos“ hatten im Herbst begonnen. Am 4. September 1989 versammelten sich DDR-Bürger:innen in Leipzig, um gegen das Regime zu protestieren. Es war der Beginn der Friedlichen Revolution und des Endes der DDR.

Linke ruft zu Montagsdemos auf – trotz Pegida & Co.

Der Ostbeauftragte der Linken im Bundestag, Sören Pellmann, hatte nun zu Montagsdemos gegen die Energie- und Sozialpolitik der Regierung aufgerufen – und das, obwohl auch rechte Kräfte im Osten den Montag gerne nutzen und nutzten, siehe Pegida in Dresden. Oder gerade deswegen? Um ihnen diesen symbolisch wichtigen Tag zu entreißen?

Fakt ist: Auch die AfD – der große politische Gegner, sowohl was die gegenteilige politische Haltung als auch ein teils ähnliches Wählerpotenzial im Osten betrifft – ruft derzeit zu Montagsdemos gegen die Ampel-Politik auf. Und sogar das Motto gleicht dem der Linken wie ein Ei dem anderen: „Heißer Herbst statt kalter Füße“ soll es laut Parteichef Tino Chrupalla lauten.

AfD grenzt sich von Linken und Freien Sachsen ab

Die AfD werde sich allerdings nicht Demonstrationen anschließen, die von anderen Gruppierungen zu diesem Thema organisiert würden, so Chrupalla. Er betonte: „Wir haben es nicht nötig, dass wir mit den Linken oder den Freien Sachsen auf die Straße gehen.“

Und auch die Linke sagt, sie wolle nicht Seit‘ an Seit‘ mit den Rechten marschieren. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow plädierte für maximale Distanz, sprach sich daher auch gegen den Montag aus: „Unsere Partner können am Freitag die Fridays for Future sein“, sagte er im Deutschlandfunk. Man solle doch lieber freitags demonstrieren.

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Der Vorsitzende der Union der DDR-Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, Dieter Dombrowski, kritisierte nun ebenfalls den Linken-Aufruf: „Dass die Linke versucht, die Montagsdemonstrationen, die im Widerstand gegen die SED-Diktatur entstanden sind, umzufunktionieren, ist beschämend und zeugt von mangelndem Geschichtsbewusstsein“, sagte Dombrowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Damit werde „gemeinsame Sache mit Rechtsaußenkräften“ gemacht. „Das kennen wir ja von linken Kräften schon aus der Weimarer Republik.“

Vor diesem Eindruck hatte zuvor die Co-Chefin der Linken, Katina Schubert, gewarnt: Der Tradition der Montagsdemonstration in der DDR könne sich die Linke nicht bemächtigen – „wir sind nun mal die SED-Nachfolgepartei“. (km)

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