Demonstration Fridays for Future
  • Eine Demonstration von Fridays for Future: Die Klimaaktivisten sind mit dem CDU-Wahlprogramm so ganz und gar nicht zufrieden.
  • Foto: picture alliance/dpa/Ulrich Perrey

So veräppelt Fridays for Future die CDU

Mit einem Kuschelkurs ins Kanzleramt? Das Wahlprogramm von CDU und CSU enthält nur wenige konkrete Aussagen zum Klimaschutz. Nach dem Geschmack der Umweltbewegung Fridays for Future (FFF) viel zu wenig. Sie attackiert die Union deshalb mit einer nachgebauten CDU-Seite im Netz präsentiert dort die entscheidenden Punkte des Wahlprogramms „im Klartext“.

„Wir machen Klimaschutz wie bisher – nämlich gar nicht“, steht auf der extra gebastelten Seite „CDU-Programm.de“ neben einem Bild von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. Dann schlüsselt FFF die einzelnen Punkte auf und legt der Union dabei die Worte in den Mund: „Unser CO2-Preis bleibt hinter allen wissenschaftlichen Empfehlungen zurück und wir verzichten bewusst auf einen sozialen Ausgleich. Damit verbinden wir wie immer Klimazerstörung mit sozialer Ungerechtigkeit. Sie kennen uns.“

Ein beißender Sarkasmus – wie in diesem Fall die Anspielung an Angela Merkels berühmten Wahlkampf-Satz „Sie kennen mich“ – zieht sich durch den ganzen Beitrag. „Wir lieben Obergrenzen – außer beim CO2“ heißt es an anderer Stelle, mit Blick auf Diskussionen über Obergrenzen bei der Zuwanderung.

Kritik am Kohleausstieg 2038

„Für Kohle schmeißen wir unsere Prinzipien über Bord“, steht doppeldeutig über dem Absatz zum „unrentablen“ und nur durch Steuergeld wettbewerbsfähigen Kohlestrom. Dass die Union in ihrem Wahlprogramm am Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 festhält, sei gut – „für die Energielobby, weil sie weiter Milliarden machen kann“.

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Besonders verärgert sind die Umweltaktivisten über die Passage im Wahlprogramm, in der die Union ankündigt, „die positiven Aspekte des Fliegens und die Innovationskraft der Luftfahrt wieder stärker herauszustellen“ – inklusive Lufttaxis. „Weil wir lieber von unpraktischer Technologie als von praktischen Lösungen träumen“, spottet FFF.

Luisa Neubauer
Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer sieht im Wahlprogramm der Union keine tauglichen Ansätze.

Laschet selbst verteidigt die wenig konkreten Klimaziele seiner Partei unter anderem damit, dass er nicht die „Methode Corona“ anwenden wolle – wo alles bis ins Detail festgeschrieben worden sei.

Luisa Neubauer: „Union erkennt Krise noch nicht einmal an“

Deutschlands bekannteste Klimaaktivistin, Luisa Neubauer, spricht der Union den Willen zum Klimaschutz komplett ab: „Die noch größte Volkspartei weigert sich, die größte Krise anzuerkennen, geschweige denn sie anzugehen. Erschütternd.“

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