Gabriel Attal, französischer Regierungssprecher
  • Gabriel Attal, Regierungssprecher in Frankreich, spricht bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die wöchentlichen Kabinettssitzung im Elysee-Palast.
  • Foto: picture alliance/dpa/AFP | Geoffroy Van Der Hasselt

Frankreich droht Großbritannien mit „Vergeltungsmaßnahmen“

Der Konflikt zwischen Frankreich und Großbritannien um die Fischereirechte nimmt kein Ende. Die Briten zeigen sich nicht sonderlich kooperativ und verweigern den französischen Fischern erforderliche Lizenzen. Nun droht der Regierungssprecher während der Ministerkonferenz mit Vergeltungsmaßnahmen.

Diese Entscheidung sei „völlig inakzeptabel und unzulässig“, betonte der französische Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch. Die Kanalinsel Jersey hatte 64 neuen Anträgen zur Fischerei im Ärmelkanal zugestimmt, da die Fischer belegen konnten, bereits vor dem Brexit in dieser Zone gefischt zu haben. Doch 31 französische Fischerboote erhielten lediglich eine vorläufige Erlaubnis bis Ende Januar 2022, während 75 Anträge von den Behörden abgelehnt wurden.

Großbritannien bricht Abkommen mit EU

Die Gewässer um die Insel Jersey gelten als besonders fischreich. Sie liegt etwa 30 Kilometer vor der Küste der Normandie. Laut dem „Post-Brexit-Abkommen“, das zwischen EU und Großbritannien ausgehandelt wurde, ist es europäischen Fischern so weiterhin erlaubt, in den britischen Gewässern zu fischen, wenn sie eine entsprechende Lizenz besitzen. Insgesamt haben bisher jedoch nur 100 von 175 Ärmelkanal-Fischern eine Lizenz bekommen.

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Frankreich droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“

„Es ist eine erneute Weigerung der Briten, die Bedingungen des Brexit-Abkommens trotz unserer gemeinsamen Arbeit umzusetzen“, sagte Meeresministerin Annick Girardin laut der „Tagesschau“. Dieser Vertrag wurde ursprünglich dafür aufgesetzt, eine Situation wie diese zu vermeiden. Doch stattdessen zeigt sich London äußerst stur und unkooperativ. Die französischen Fischer sind verständlicherweise „besorgt“ und „sauer“.

Der Streit geht so weit, dass Attal „Vergeltungsmaßnahmen“ in Betracht zieht. Davon könnten Bildungsaustausch, Zugriff auf Elektrizität und die Handelsströme betroffen sein – alles hauptsächlich zum Nachteil der Briten. „Ich zähle auf die anderen europäischen Länder, das gleiche wie Frankreich zu fordern, da das, was Frankreich aktuell erlebt, auch den anderen widerfahren wird“, erklärte Annick Girardin auf einer Konferenz mit den Repräsentanten der Fischer. (toen)

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