In Indien wird bereits mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft.
  • In Indien wird bereits mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft.
  • Foto: dpa/AP

EU gegen Astrazeneca: Jetzt eskaliert der Streit um knappen Corona-Impfstoff

Brüssel –

Der EU-Streit um knappen Corona-Impfstoff von Astrazeneca eskaliert. Das Unternehmen gibt Brüssel eine Mitschuld. Dort reagierte man empört.

Laut Astrazeneca könnte es zwei, drei Monate dauern, bis im geplanten Umfang an die EU geliefert würde. Chef Pascal Soriot sagte der „Welt“, dass man nach Zulassung zunächst drei Millionen Dosen liefern könne. Dann Stück für Stück mehr, bis 17 Millionen wöchentlich erreicht würden. Das sei „gar nicht so schlecht“.

EU: Wir hatten 80 Millionen Impfdosen erwartet!

Statt erwarteter 80 Millionen Dosen im ersten Quartal sollen laut EU nur 31 Millionen ankommen. Den Grund „Probleme in der Lieferkette“ will die EU nicht gelten lassen. Außerdem scheint unklar, ob der Impfstoff bei über 65-Jährigen wirkt.

Keine verbindlichen Mengenangaben in Verträgen?

Soriot sagte im „Welt“-Interview, sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen verpflichtet. Vielmehr habe man nur einen „best effort“ zugesagt, sich also bestmöglich zu bemühen.

Offenbar fehlen in allen Verträgen verbindliche Mengenangaben. Zudem sagte Soriot, dass man Verträge mit Großbritannien nunmal früher abgeschlossen habe.

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Ein Krisentreffen mit der EU am Mittwochabend um 18.30 Uhr brachte zunächst auch keine Einigung.

Die EU steht selbst in der Kritik, weil Impfstoff knapp ist und prozentual weit weniger Menschen immunisiert wurden als etwa in Großbritannien oder Israel.

Impfstoffhersteller soll mit Produktionsstopp drohen

Die „Bild“ zitierte indes einen nicht näher benannten Manager eines Impfstoff-Herstellers, der mit einem Produktionsstopp drohe, falls die EU gesonderte Ausfuhr-Kontrollen einführe. Damit war im Rahmen des Streits gedroht worden. (dpa/km)

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