Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, Archivbild).

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, Archivbild). Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Bürgergeld, Bürokratie, Krankenkasse: Mehrheit will Reformen – Zweifel an Regierung

Die Deutschen wollen Veränderung – und sie zweifeln, dass die Regierung sie liefert. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv halten 82 Prozent grundlegende Reformen für nötig. Nur 1 Prozent glaubt, Deutschland sei gut für die Zukunft gerüstet.

Der Wunsch nach Reformen zieht sich durch alle Schichten, Regionen und Parteien – selbst Wähler von SPD, Grünen, Linken und Union sehen mehrheitlich großen Handlungsbedarf. Am stärksten fordern AfD-Anhänger Veränderungen (98 Prozent). Vertrauen in die Ampel-Regierung gibt es kaum: Nur 13 Prozent trauen ihr zu, in den nächsten Jahren entscheidende Reformen anzustoßen, 78 Prozent nicht.

70 Prozent der Befragten wollen strengere Regeln beim Bürgergeld. Fast jeder Zweite fordert eine Senkung, 46 Prozent sogar die Abschaffung in heutiger Form. Beim Wohngeld sehen 43 Prozent Reformbedarf. Beim Elterngeld bleiben Kürzungen oder Einkommensgrenzen hingegen ein Minderheitenvorschlag.

Gesundheitssystem als Baustelle

Besonders deutlich ist der Ruf nach weniger Bürokratie im Gesundheitswesen: 86 Prozent wünschen sich Entlastung durch Digitalisierung oder Kassenfusionen. 51 Prozent sprechen sich für das Ende der privaten Krankenversicherung aus, vor allem Jüngere und Anhänger von SPD, Grünen und Linken. 39 Prozent wollen Gutverdiener stärker belasten.

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Andere Vorschläge wie höhere Eigenbeteiligung der Patienten (zwölf Prozent), Leistungskürzungen (neun Prozent) oder Beitragserhöhungen für alle (sechs Prozent) lehnen die Bürger klar ab.

Die Umfrage fand vom 22. bis 25. August 2025 statt. 1006 Erwerbstätige nahmen teil. (dpa)

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