Mohsen Shekari
Mohsen Shekari
  • Mohsen Shekari wurde offenbar im Iran hingerichtet.
  • Foto: Twitter/NatalieAmiri

23-Jähriger offenbar getötet: Regime im Iran lässt ersten Demonstranten hinrichten

Das Mullah-Regime macht ernst: Im Iran ist nach Angaben von Staatsmedien erstmals seit Beginn der Massenproteste vor knapp drei Monaten ein Demonstrant hingerichtet worden. In den vergangenen Wochen wurden bereits zahlreiche Todesurteile verhängt.

Der Mann sei Ende September in Teheran verhaftet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Irna am Donnerstag. Ein Revolutionsgericht in der Hauptstadt Teheran habe ihn gemäß islamischer Rechtsauffassung wegen „Kriegsführung gegen Gott“ zum Tode verurteilt. Demnach wurde ihm zur Last gelegt, ein Mitglied der berüchtigten paramilitärischen Basidsch-Miliz mit einer Waffe angegriffen, Schrecken verbreitet und eine Straße blockiert zu haben. Ein Berufungsverfahren wurde vom Obersten Gerichtshof abgewiesen. Die Todesstrafe wird im Iran normalerweise durch Erhängen vollstreckt.

Iran: Erster Demonstrant hingerichtet

Zum Alter des getöteten Mannes und zur Art der Hinrichtung gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Aber wie unter anderem die iranisch-deutsche Journalistin Natalie Amiri auf Twitter schreibt, handelt es sich bei dem Mann um den 23-jährigen Mohsen Shekari. Auch Moderator und Entertainer Klaas Heufer-Umlauf teilte auf seinem Instagram-Profil ein Bild des mutmaßlich Getöteten und schreibt, dass Sheakris erste Gerichtsverhandlung offenbar am 1. November stattfand und er nur 18 Tage später bereits zum Tode verurteilt wurde.

Die Kundgebungen gegen die Führung der islamischen Republik dauern immer noch an. Seit Beginn der Woche hielten vor allem in der iranischen Kurdenprovinz viele Ladenbesitzer aus Protest ihre Geschäfte geschlossen. In weiten Landesteilen war ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften präsent, um Versammlungen und Proteste zu verhindern.

In den vergangenen Wochen wurden bereits mehrere Todesurteile gegen Demonstranten verhängt. Die Justiz hat angesichts der Proteste einen harten Kurs angekündigt. Auch im Parlament forderten Abgeordnete harte Urteile bis zur Todesstrafe für die Tausenden inhaftierten Protestteilnehmer. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seit Mitte September mindestens 470 Demonstranten getötet und mehr als 18.000 verhaftet.

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Auf die jüngste Hinrichtung müsse entschieden reagiert werden, sonst würden täglich Demonstranten hingerichtet, schrieb der Direktor der Aktivistengruppe Iran Human Rights mit Sitz in Oslo, Mahmood Amiry-Moghaddam. Es müsse internationale Konsequenzen geben. (mp/dpa)

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