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  • Foto: picture alliance / Consolidated

„Ich bin kognitiv da“: Das nächste bizarre Fox-News-Interview von Donald Trump

Washington –

Wenn es eine Sache gibt, an der es Donald Trump nicht mangelt, dann ist es grenzenloses Selbstbewusstsein. So behauptet der US-Präsident weiterhin, sein Land käme gut durch die Coronakrise – obwohl sämtliche Statistiken und Forscher Gegenteiliges belegen. Woher er diese kritiklose Einfalt nimmt? Vielleicht hat ihn ein wissenschaftlicher Test beflügelt, den er im vergangenen Jahr gemacht hat …

Es ist bereits das zweite Interview innerhalb kurzer Zeit, das Donald Trump seinem Lieblingssender Fox News gibt. Nach dem denkwürdigen Gespräch mit Chris Wallace steht der US-Präsident nun Dr. Marc Siegel Rede und Antwort.

Der Moderator steigt mit einer relativ einfachen Frage ein: Die Gesundheit eines Präsidenten oder Präsidentschaftskandidaten sei „immer ein Thema“, sagt Siegel. Trump nickt beflissen. Was er, Trump, denn vor diesem Hintergrund zum Zustand von Joe Biden sagen könne, fragt Siegel. „Also… Ich denke, wir müssen in guter gesundheitlicher Verfassung sein“, beginnt Trump seine Antwort – und führt anschließend sechs Minuten ohne Unterbrechung diverse, teilweise zusammenhangslose Gedanken zu diesem Thema aus.

Kognitiver Test, um Kritiker zum Schweigen zu bringen

US-Präsident zu sein, das sei „ein sehr wichtiger Job“, sagt Trump. Er habe in diesem Job härter als irgendjemand sonst arbeiten müssen, da er immer wieder attackiert worden sei: „Falsche Ermittlungen, falsches Russland, Russland, Russland, Ukraine, Ukraine … niemand ging je durch … und trotzdem habe ich mehr gemacht als jeder andere Präsident in den ersten drei Jahren in der Geschichte.“ 

Man brauche „Geduld“ dafür, so der US-Präsident weiter. Man brauche „körperliche Gesundheit und mentale Gesundheit“. Da man ihm immer wieder unterstelle, er wolle „die Welt übernehmen“, er sein „ein Diktator“, er sei „verrückt“ oder „inkompetent“, habe er zu seinen Ärzten gesagt: „Gibt es irgendeine Art kognitiven Test, den ich machen kann, (…), weil ich diese Leute zum Schweigen bringen will?“

Schwierige Liste: „Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher“

Es seien „30 bis 35 Fragen“ gewesen, die ersten seien „sehr leicht“ gewesen, die letzten „sehr viel schwerer“ berichtet Trump. Eine „Gedächtnisfrage“ zum Beispiel: „Es gibt Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher“, zählt Trump auf. Er sei aufgefordert worden, diese Liste zu wiederholen, was er gemacht habe. Das Ergebnis: „Ok, sehr gut.“ Und: „Wenn man die richtige Reihenfolge hat, kriegt man Extra-Punkte.“

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Anschließend habe man ihm andere Fragen gestellt, so Trump weiter. Zwischendurch habe man ihn dann nochmal nach der Liste gefragt – und er habe sie fehlerfrei wiedergeben können, und das auch noch in der richtigen Reihenfolge. Das gebe schließlich Extra-Punkte. „Sie sagten zu mir: ,Niemand kriegt das in der richtigen Reihenfolge hin. Das ist wirklich nicht so einfach.‘ Aber für mich war es einfach.“ Siegel nickt während Trumps Sermon zunehmend unangenehm berührt, hält aber tapfer die Stellung.

Donald Trump: „Ich habe ein gutes Gedächtnis und bin kognitiv da“

Trump scheint auf diese Leistung tatsächlich sehr stolz zu sein, denn er wiederholt noch einmal: „Das ist keine einfache Frage. In anderen Worten: Sie geben dir fünf Namen und du musst sie wiederholen.“ Er habe es nicht nur geschafft, die Namen zu wiederholen, sondern sogar in der richtigen Reihenfolge und nach der zehnten anderen Frage: „Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher.“ Die Ärzte hätten gesagt, das sei „verblüffend“ und hätten ihn gefragt, wie er das gemacht habe. Ganz einfach: Er habe ein gutes Gedächtnis und sei „kognitiv da“, so der US-Präsident.

Auch Biden solle diesen Test machen, findet Trump. Denn wenn man mit Russland oder China zu tun habe, müsse man hellwach sein. Schließlich seien auch die Präsidenten Xi, Putin und Erdogan hellwach. 

Da er ein „perfektes Ergebnis“ bekommen habe, habe er einer Veröffentlichung seines Tests zugestimmt, so Trump weiter. Nur wenige seien so gut in diesem Test wie er. Seitdem das öffentlich sei, habe ihn niemand mehr für inkompetent gehalten.

Nun ja …

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