Willem-Alexander Maxima Niederlande Kolonialismus
Willem-Alexander Maxima Niederlande Kolonialismus
  • Willem-Alexander und Maxima der Niederlande
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa Pool | Bernd von Jutrczenka

Willem-Alexander der Niederlande ordnet Untersuchung zu Kolonialvergangenheit an

Nachdem es vor allem im Zusammenhang mit dem britischen Königshaus zuletzt immer wieder Kritik am Umgang mit der eigenen Kolonialvergangenheit gegeben hatte, geht nun ein anderer Monarch mit gutem Beispiel voran: Der niederländische König Willem-Alexander will die Rolle des Königshauses Oranien-Nassau in der Kolonialgeschichte unabhängig untersuchen lassen.

„Eine gründliche Kenntnis der Vergangenheit ist unerlässlich, um historische Fakten und Entwicklungen zu verstehen und sich mit ihren Auswirkungen auf Menschen und Gemeinschaften so klar und ehrlich wie möglich auseinanderzusetzen“, erklärte der König am Dienstag. „Ich halte es für wichtig, dass dieses Wissen auch in Bezug auf die Rolle des Hauses Oranien-Nassau in der Kolonialgeschichte verfügbar wird.“

Willem-Alexander der Niederlande lässt Kolonialgeschichte untersuchen

Die Ankündigung der Untersuchung über die Rolle des Königshauses erfolgte, kurz bevor sich das Kabinett offiziell für die Sklaverei entschuldigen möchte. Das soll am 19. Dezember passieren.

Wahrscheinlich besaßen die Vorfahren des Königs selbst Sklaven und waren über die Niederländische Westindien-Kompanie auch am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt, wie der öffentlich-rechtliche Sender NOS berichtete. Das Königshaus soll auch von den Geldströmen aus seinem ehemaligen Kolonialbesitz Niederländisch-Ostindien, dem heutigen Indonesien, profitiert haben.

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Die Untersuchung solle drei Jahre dauern und vom späten 16. Jahrhundert bis in die postkoloniale Gegenwart reichen, teilte das Königshaus mit. Die Universität Leiden soll die Untersuchung zusammen mit einer unabhängigen Kommission vornehmen. (mp/dpa)

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