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Manching Münzen Diebstahl
  • Ein Polizist nach dem Einbruch im Kelten- und Römer-Museum in Manching.
  • Foto: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

„Wie im schlechten Film“: Diebe klauen Millionen-Goldschatz aus bayrischem Museum

Sabotierte Telefonleitungen, aufgebrochene Vitrinen – und der größte keltische Goldfund des letzten Jahrhunderts futsch. In nur neun Minuten rissen sich noch unbekannte Räuber Gold im Wert von fast zwei Millionen Euro unter den Nagel. Geprüft wird nun, ob es Zusammenhänge zu anderen spektakulären Museumsdiebstählen gibt.

Wie der Blitz: Um 1.26 Uhr verschafften sich die Diebe in der Nacht zu Dienstag Eintritt ins Kelten-Römer-Museum in Manching bei Ingolstadt. Sie hebelten die Türen des Museums auf und machten sich danach wohl an den beiden mit Sicherheitsglas geschützten Vitrinen zu schaffen.

Da drin: 483 Münzen aus der Kelten-Zeit, knapp vier Kilo schwer. Um 1.35 Uhr war der Spuk schon wieder vorbei, wie der LKA-Vizepräsident Guido Limmer sagte. Und weiter: „Es war klassisch, wie man es sich in einem schlechten Film vorstellt.“ Am Dienstagmorgen hätten die Museums-Mitarbeiter dann festgestellt, dass der Goldschatz fehlt.

Diebe klauen Goldmünzen in Museum in Manching

Wie genau die Gauner vorgingen und wer sie sind, prüft nun eine 20-köpfige Sonderkommission, benannt nach der keltischen Siedlung: „Oppidum“. Ermittelt wird wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung. Ebenfalls im Fokus der Ermittler: mögliche Zusammenhänge mit dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden und dem Münzklau aus dem Bode-Museum in Berlin. Es gebe „Parallelen“, sagte Limmer. Ob tatsächlich Verbindungen bestehen oder ein Clan dahinter steckt, sei noch völlig unklar, man stehe mit den Kollegen im Osten in Kontakt.

Was sich jedoch schon abzeichnet: Die Diebe haben sich offenbar vor ihrem Einbruch an den örtlichen Telefonleitungen zu schaffen gemacht. An einer Betriebsstelle in Manching gab es eine Sabotage – kurz vor dem Diebstahl wurde das Telefonnetz, das Internet und damit auch die Alarmanlage des Museums lahmgelegt.

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Dass die Münzen jemals wieder auftauchen, scheint unwahrscheinlich, denn: Nach Einschätzung der Polizei können die Täter den gestohlenen Goldschatz nur schwer verkaufen. Daher sei zu befürchten, dass sie die 483 keltischen Münzen einschmelzen und für den Goldwert veräußern.

Sollte dies passiere, wäre dies ein „Totalverlust“, so Rupert Gebhard, Direktor der Archäologischen Sammlung München. Für europäische Archäologen seien die 483 Münzen – der größte keltische Goldfund, der im vergangenen Jahrhundert bei regulären Grabungen auftauchte – ein „wirkliches Kleinod“. Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) bezeichnete den Diebstahl als einen Angriff auf das kulturelle Erbe Bayerns. (alp/dpa)

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