Wird künftig wieder mit AstraZeneca geimpgt?
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  • Foto: imago images/Martin Wagner

Wie geht es weiter mit AstraZeneca?: Nach Impfstopp: Sondersitzung der EMA

Berlin –

Werden wir schon bald wieder mit dem AstraZeneca-Präparat geimpft? Darüber berät die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Donnerstag in einer Sondersitzung. Es wird erwartet, dass sie anschließend eine Empfehlung abgibt. Wie es nach der Bewertung durch die EMA weiter geht, wollen Bund und Länder am Freitag bei einem „Impfgipfel“ beraten.

Der Gebrauch des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca war in Deutschland und anderen Ländern nach einigen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen ausgesetzt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Einsatz des Vakzins am Mittwoch allerdings vorerst weiter empfohlen. „Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen“, teilte die Organisation in Genf mit. Die WHO betonte, dass eine Impfung gegen Covid-19 keine Krankheiten oder Todesfälle durch andere Ursachen reduziere. Thrombosen (Blutgerinnsel) passierten häufig. „Venöse Thromboembolien gehören zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen weltweit“, so die WHO.

AstraZeneca: Hausärzte wollen rasch impfen

Im Fall der Aufhebung des Impfstopps für das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers fordern Hausärzte, das Mittel rasch in ihren Praxen zu verabreichen. „Auch wenn sich zeigt, dass der Impfstoff für die meisten unbedenklich ist, wird es leider nicht gerade leicht werden, das Vertrauen wieder aufzubauen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag. „Dies wird eines enormen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient bedürfen.“ Im Impfzentrum werde das nicht möglich sein. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf geeinigt, Mitte April mit dem Impfen in Praxen zu starten. Endgültige Beschlüsse sollen am Freitag gefasst werden.

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Gesundheitsminister Jens Spahn war für seine Entscheidung, die Impfung mit Astrazeneca auszusetzen, zunächst heftig kritisiert worden. Zuletzt regte sich von vielen Seiten aber auch Unterstützung für den CDU-Politiker. Spahn habe keine andere Möglichkeit gehabt, als den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts zu folgen, sagte CDU-Chef Armin Laschet am Mittwochabend in der ARD. Das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Institut hatte wegen möglicher Gesundheitsrisiken dazu geraten, Impfungen mit dem Astrazeneca-Stoff auszusetzen. Der Bundesvorsitzende des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, Dirk Heinrich, sagte der „Berliner Zeitung“: „Der Stopp zeigt, dass unser System funktioniert.“

Corona-Impfung: AstraZeneca künftig nur eingeschränkt nutzbar?

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, hält künftig auch eine eingeschränkte Zulassung für den Astrazeneca-Impfstoff für möglich. „Die Experten prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen Einnahme von Verhütungsmitteln, Rauchen und Impfen gibt. Möglicherweise haben sich hier Risiken potenziert. Dann könnte es vielleicht eine Zulassung mit Einschränkungen geben – etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille“, sagte Bergmann der „Rheinischen Post“ am Donnerstag. (dpa/ncd)

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