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Werbebann der Konzerne: Auch Hamburger Getränkehersteller boykottiert Facebook

London/New York –

Jetzt wird es eng für Facebook. Dem Online-Giganten laufen die Anzeigenkunden weg – die beinahe einzige Einnahmequelle. Großkonzerne wie Coca Cola, Levi’s, Unilever und Honda haben ihre Werbung auf der Plattform gestoppt – aus Protest gegen den Umgang mit Hass-Botschaften. Mehr als 90 Firmen haben sich dem Werbeboykott angeschlossen, darunter auch Fritz Kola aus Hamburg. 

Hasskommentare, Propaganda, Spam und Fake-News – Facebook steht schwer in der Kritik.  Unilever und der Autobauer Honda haben jetzt bekanntgegeben, in den USA vorerst keine Werbeanzeigen mehr bei dem Online-Netzwerk und seiner Tochter Instagram zu schalten.

Hassbotschaften: Facebook will stärker durchgreifen

„Ich stehe gegen Hass und alles, was zu Gewalt anstachelt“, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Livestream am Freitag. Er kündigte an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen, Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentschaftswahl zu löschen sowie die Standards für Werbung zu erhöhen. Doch einige Unternehmen haben Zweifel daran.

Ein Zeichen gegen „Hass und Rassismus“ setzen

„Wir glauben nicht, dass Facebook gewalttätige und spalterische Reden auf seinen Plattformen effizient verwalten wird“, teilte der US-Schokoladenproduzent Hershey in einer Erklärung mit. Das Unternehmen, eines der weltweit führenden in seiner Branche, stoppt bis Juli alle Anzeigen. Auch der Getränkekonzern Coca-Cola erwägt, seine Anzeigen auf allen Plattformen der Sozialen Medien für mindestens 30 Tage auszusetzen. Honda teilte mit, im Juli keine Anzeigen mehr bei Facebook und Instagram zu platzieren, um ein Zeichen gegen „Hass und Rassismus“ zu setzen. Unilever will sogar das ganze restliche Jahr auf bezahlte Werbung verzichten – nicht nur bei Facebook, sondern auch bei Twitter. Der Kurznachrichtendienst, auf dem Trump mit Vorliebe seine schwer umstrittenen Botschaften veröffentlicht, steht ebenfalls schon länger in der Kritik.

Auch der Hamburger Getränkehersteller Fritz Kola will keine Werbung mehr auf Facebook und Instagram schalten. Stattdessen soll das Geld an die Aktion „Hass hilft“ gespendet werden, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Diese Initiative sammelt für jeden entdeckten Hasskommentar auf Facebook einen Euro, das Geld geht an Flüchtlinge und Initiativen gegen Rechts. 

Facebook: Werbung fast die einzige Einnahmequelle

US-Bürgerrechtsorganisationen hatten Firmen Mitte Juni zu dem Boykott gegen Facebook aufgerufen. So soll der Konzern an einer empfindlichen Stelle getroffen werden – Facebook macht fast seinen ganzen Umsatz mit Werbeerlösen. (wb/dpa)

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