Twitter Elon Musk
  • Hat er es vermurkst? Elon Musk stürzte Twitter ins Chaos.
  • Foto: IMAGO / NurPhoto

Twitter am Abgrund: Was bleibt „Hardcore“-Musk jetzt noch?

Und weiter murkst der Musk: Eigentlich gelang Visionär Elon Musk jahrelang ein Coup nach dem anderen, bei der Neuaufstellung von Twitter entgleitet ihm jedoch alles: Die Kommunikationsplattform steht am Abgrund. Kann der Tesla-Boss sie noch retten – und vor allem wie?

So dringend wie jetzt hat Musk noch nie positive Nachrichten gebraucht. Ungeachtet von Häkchen-Chaos, Finanz-misere sowie fliehenden Werbekunden und Mitarbeitern verkündete er am Freitag: Twitter erlebe gerade Nutzungsrekorde. Selbst wenn das so ist: Wer soll diese Nutzer:innen noch managen?

Musks „Twitter 2.0“ wird von immer weniger Twitter-Beschäftigten mitgetragen. „Extrem hardcore“ und, wie von Musk gefordert, 80 Stunden pro Woche an der neuen Plattform zu arbeiten wollen immer weniger. Am Freitag wurde bekannt, dass viele der noch verbliebenen Angestellten nach einem Ultimatum von Musk künftig nicht mehr bei Twitter arbeiten wollen. Hunderte Mitarbeiter:innen sollen das Abfindungsangebot akzeptiert und das Handtuch geworfen haben.

Steht Twitter wegen Musk vor dem Abgrund?

Musks Knallhart-Programm könnte bitter für ihn enden: Die Daten-Wissenschaftlerin Melissa Ingle, die von Musk bereits in der ersten Entlassungsrunde gefeuert wurde, sagte dem Portal „Technology Review“, es gebe „nicht mehr genug technische Expertise, um die Seite am Laufen zu halten“. Größere technische Störungen gab es bisher jedoch noch nicht.

Wie will Musk die Kuh noch vom Eis holen? Offenbar soll all seine Kraft nun in Twitter gehen. Musk sagte einst selbst, er arbeite 120 Stunden die Woche, sieben Tage am Stück – und werde so lange in der Twitter-Zentrale nächtigen, bis er das Unternehmen „repariert“ habe. Kaum verwunderlich also, dass er von seinen Mitarbeiter:innen 80 Stunden Einsatz die Woche forderte. Vereinzelt kursierten schon Fotos von Twitter-Manager:innen, die ebenfalls im Unternehmen schlafen sollen.

Weiterer Schritt: Die Dinge bei Musks Elektroauto-Firma Tesla sollen offenbar schon bald andere regeln. In einem Gerichtsprozess im US-Bundesstaat Delaware, bei dem es darum geht, ob ein 52-Milliarden-Bonus an Musk rechtens war, kam raus: Der 51-Jährige überlege, einen Nachfolger bei Tesla zu ernennen. Neben Tesla und Twitter führt er noch die Raumfahrt-Firma Space X.

Das hier könnte Sie auch interessieren: Wirtschaftliche Lage „schlimm“: Elon Musk schließt Twitter-Pleite nicht aus

Musk versucht nun, die Total-Pleite noch irgendwie abzuwenden, stoppte den den Verkauf der blauen Haken – um Twitters Glaubwürdigkeit zu retten und einen weiteren Massenexodus von Werbekunden abzuwenden. Tun muss er all dies weitestgehend in Eigen-Regie – viele der erfahrenen und versierten Twitter-Mitarbeiter:innen sind schon längst weg. (alp/dpa)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp