Frau DAX-Unternehmen
  • Immer mehr Frauen sind in den Vorständen von DAX-Unternehmen.
  • Foto: picture alliance/dpa | Annette Riedl

Topmanagerinnen steigen auf: So viele Frauen wie nie in Dax-Vorständen

Gute Nachrichten in Sachen Gleichberechtigung: Die Vorstände börsennotierter deutscher Unternehmen (Dax-Unternehmen) werden zwar weiterhin von Männern dominiert, aber: Im vergangenen Jahr ist vergleichsweise vielen Frauen der Sprung in die oberste Führungsebene gelungen – ein kräftiger Frauen-Zuwachs wie nie zuvor.

Nach einer Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY erhöhte sich die Zahl weiblicher Vorstandsmitglieder in den 160 Unternehmen der Dax-Familie um 20 auf 94 Top-Managerinnen – der höchste Wert und stärkste Anstieg seit Beginn der Auswertung im Jahr 2013.

Allerdings: In gut der Hälfte der untersuchten Firmen saß zum Stichtag 1. Januar 2022 keine Frau im Führungsgremium. Aber auch hier zeigt die Tendenz nach oben: Der Anteil weiblicher Führungskräfte im Vorstand erhöhte sich EY zufolge im Jahresvergleich immerhin um 2,4 Prozentpunkte auf die Höchstmarke 13,4 Prozent.

Telekommunikationsbranche: Frauenanteil in Top-Etage am höchsten

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland jedoch weiter hinterher. In den 30 Börsenschwergewichten in den USA lag der Frauenanteil zum Stichtag 1. September 2021 demnach bei 31,1 Prozent, gefolgt von Großbritannien (27,4 Prozent) und Schweden (27,1 Prozent). In Deutschland lag der Anteil bezogen auf den damals nur 30 Unternehmen umfassenden Dax bei rund 18 Prozent.

„Die deutschen Vorstandsgremien werden weiblicher, aber der Wandel findet sehr langsam statt. Derzeit sieht sich im Durchschnitt eine Frau sechs Männern gegenüber“, erläuterte EY-Experte Markus Heinen. Zudem steht in nur neun Unternehmen eine Managerin an der Vorstandsspitze. Heinen geht allerdings davon aus, dass durch die seit August 2021 gültige Frauenquote für Vorstände der Anteil weiblicher Führungskräfte in kurzer Zeit deutlich steigen wird.

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Bei börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Firmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern muss bei Neubesetzungen darauf geachtet werden, dass mindestens eine Frau im Vorstand sitzt. Andere börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, die nicht unter die Mindestvorgabe fallen, müssen begründen, wenn sie ihren Vorstand ohne Frauen planen – wenn sie also eine „Zielgröße Null“ in ihren Berichten angeben. Geschieht das nicht, drohen Bußgelder. „Wenn wir in den kommenden Jahren immer mehr Frauen an den Unternehmensspitzen sehen, wird das eine enorme Signalwirkung entfalten“, zeigte sich Heinen zuversichtlich.

Nach Branchen betrachtet ist der Frauenanteil in der Topetage der Telekommunikationsbranche mit 19,2 Prozent am höchsten. Im Automobilsektor – der gemeinhin als von Männern dominiert gilt – sind 18,8 Prozent der Vorstände weiblich. Besonders niedrig ist der Anteil von Top-Managerinnen dagegen bei IT-Unternehmen (11,4 Prozent), Industriekonzernen (10,7 Prozent) und Medienunternehmen (7,0 Prozent).

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Und: Schaffen es Frauen in die oberste Führungsebene, haben sie einer früheren EY-Studie zufolge im Schnitt bessere Chancen beim Gehaltspoker. So stieg die Gesamtvergütung von Managerinnen im Vorstand von Unternehmen der Dax-Familie im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 8,2 Prozent auf 2,31 Millionen Euro.

Männliche Mitglieder des Gremiums mussten sich im Mittel mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 1,76 Millionen Euro zufrieden geben. (alp/dpa)

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