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  • Foto: dpa

Polizeigewalt in den USA: Ausschreitungen nach Tod von George Floyd

Die Bilder sind erschreckend. Ein weißer Polizist kniet mehrere Minuten auf dem Genick eines schwarzen Mannes. Dieser ruft immer wieder deutlich hörbar, dass er nicht atmen könne. Zeugen filmen den Polizeieinsatz. Kurz darauf ist Georg Floyd (46), der Mann am Boden, tot. Der grausame Fall von Polizeigewalt aus Minneapolis geht seither um die Welt – und hat wütenden Proteste ausgelöst. In den sozialen Netzwerken beklagen viele US-Sportstars den grausamen Tod.

„Wenn euch dieses Foto nicht verstört und stinksauer macht, dann weiß ich auch nicht“, schrieb Basketballer Steph Curry auf Instagram zu einem Screenshot aus dem in Minneapolis aufgenommenen Video des Vorfalls, das in den USA seit seiner Veröffentlichung für große Aufmerksamkeit sorgt. „George hat um Hilfe gefleht und wurde einfach ignoriert, was klar und deutlich aussagt, dass sein schwarzes Leben keine Rolle gespielt hat“, schrieb Curry. Auch NBA-Topstar LeBron James äußerte sich, ebenso das NFL-Team der Minnesota Vikings und die deutsche Basketballerin Satou Sabally meldeten sich zu Wort.

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Dieses grausame Bild geht um die Welt: Ein Polizist kniet auf dem Genick von Georg Floyd. Der Mann sagt, dass er keine Luft bekäme. Wenig später ist er tot.

Foto:

AP

Bürgermeister von Minnesota: Polizist gehört ins Gefängnis!

Das etwa zehn Minuten lange Video, das auf Facebook veröffentlicht wurde und seither zigfach geteilt wurde, zeigt den Todeskampf des 46-jährigen Afroamerikaners. „I can’t breathe“, sagte er immer wieder. Passanten versuchten die insgesamt vier Polizisten auf die bedrohliche Lage aufmerksam zu machen. Doch die ließen nicht von ihm ab. Floyd verlor zunächst das Bewusstsein und verstarb dann in einem Krankenhaus. Er soll zuvor mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein versucht haben einzukaufen. 

Die Folge des tödlichen Einsatzes waren wütende Proteste vor dem Polizeirevier in Minnesota, in dem die vier Polizisten, die bei dem tödlichen Einsatz dabei waren, gearbeitet hatten. Viele Menschen gehen von einem rassistischen Motiv der Polizisten aus.

Gegen die Protestler wurde Tränengas eingesetzt, das Gebäude von der Polizei abgeschirmt. Ein angrenzender Laden wurde bei den Unruhen geplündert, ein Autoteile-Geschäft angezündet. Die Lage war – wie am Abend zuvor – unübersichtlich. 

Trump nennt Tod von Georg Floyd „tragisch“ 

US-Präsident Donald Trump nannte den Tod „traurig und tragisch“ und ordnete sofortige Untersuchungen des Falls an. Minnesotas Bürgermeister Jacob Frey zeigte Unverständnis darüber, dass der Polizist, der für den Tod des Mannes verantwortlich ist, nicht festgenommen wurde, sondern die vier Polizisten lediglich vom Dienst suspendiert wurden.

Immer wieder sterben Afroamerikaner in den USA an den Folgen von rassistischen Polizeieinsätzen. Auch die Protestbewegung „Black Lives Matter“ (Das Leben von schwarzen Menschen zählt) wurde deshalb gegründet. Viel geändert hat sich in den Staaten aber nicht. Rassismus ist weiterhin eines der größten Probleme der USA – nicht selten mit tödlichem Ausgang. (jul/dpa)

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