Shoppingmeile in Dortmund
Shoppingmeile in Dortmund
  • Lust auf Konsum: Vorweihnachtliches Shoppen in Dortmunds Innenstadt
  • Foto: imago/Jochen Tack

Neue Zahlen: Warum die Wirtschaftslage besser ist als gedacht

Wenn man sich auf das Schlimmste gefasst macht, ist es umso erfreulicher, wenn es nicht eintritt: Für die Deutschen gibt’s einen Silberstreif am Horizont. Der Winter wird wirtschaftlich nicht so hart wie befürchtet. Die Wirtschaft ist sogar mehr gewachsen, als vorhergesagt.

Das Statistische Bundesamt teilte am Freitag mit: Die deutsche Wirtschaft hat ein stärkeres Wachstumspolster als erwartet. Trotz Gegenwinds stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. Vor Kurzem war man noch von 0,3 Prozent ausgegangen.

Es bleibt zwar dabei: Der Winter wird wirtschaftlich frostig. Aber eben nicht so sehr, wie bisher befürchtet, auch dank milliardenschwerer staatlicher Entlastungspakete und gefüllter Gasspeicher. „Die Rezession verliert ihren Schrecken“, sagte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

Trotz des Ukraine-Krieges, hoher Inflation, Corona und Lieferengpässen wuchs die Wirtschaft das dritte Quartal in Folge, so das Statistische Bundesamt. Anfang des Jahres gab’s ein Plus von 0,8 Prozent, im zweiten Quartal immerhin noch von 0,1 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wurde im Sommer das erste Mal sogar das Niveau von vor Corona übertroffen.

Trotz Krise: Die Deutschen gehen aus und reisen

Einen wichtigen Anteil am Wachstum von Juli bis September haben die Deutschen übrigens selbst! Trotz hoher Inflation und Energiekrise nutzten die Menschen die Freiheit nach den Corona-Beschränkungen, um zum Beispiel mehr zu reisen und auszugehen. „Die langanhaltende Furcht der Verbraucher bezüglich explodierender Energiepreise hat sich aktuell etwas abgeschwächt“, erläuterte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Auch Unternehmen gaben Geld aus: Sie investierten deutlich mehr in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge als im zweiten Quartal. Ausnahme: Die Bauinvestitionen waren rückläufig. Schuld daran: Hohe Baupreise und gestiegene Hypothekenzinsen.

Experte: Rezession wird glimpflicher als erwartet

Auch erfreulich: Der Handel mit dem Ausland nahm trotz internationaler Krisen-Lage zu. Die Importe stiegen gegenüber dem Vorquartal allerdings stärker als die Ausfuhren „Made in Germany“. Insgesamt verbesserte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft laut Ifo-Institut im November deutlich. „Die Rezession, wenn sie kommt, wird glimpflicher ausfallen als viele erwartet haben“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Das könnte Sie auch interessieren: Wirklich Pandemie-Ende? Das macht Drosten aktuell noch Sorgen

Insgesamt rechnet die Bundesregierung 2022 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent. Für 2023 wird wegen der erwarteten schwachen Entwicklung in den ersten Monaten ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent vorhergesagt. Aber manchmal läuft’s ja bekanntlich auch besser als prophezeit …(miri)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp