Ghislaine Maxwell
  • Ghislaine Maxwell 2013 bei einem Vortrag.
  • Foto: picture alliance/dpa/Unted Nations via AP

Nach Maxwell-Urteil: Familie kämpft – und mächtige Männer zittern

Seit 530 Tagen schläft Ghislaine Maxwell auf einer harten Knastpritsche. Und wie es aussieht, wird sich das für den Rest ihres Lebens nicht mehr ändern: Eine Jury sprach die Intimfreundin von Jeffrey Epstein wegen diverser Sexualverbrechen schuldig. Fassungslos nahm sie das Urteil entgegen. Und auch ihre sechs Geschwister können es nicht glauben. Ihr Bruder hat jetzt Berufung angekündigt. Was in höchsten Kreisen für Nervosität sorgen dürfte ​…

Die sechs noch lebenden Geschwister der Verlegertochter Maxwell kämpfen für die 60-Jährige, auf der eigens kreierten Webseite realghislaine.com wollen sie „die wahre Ghislaine“ zeigen, die kein Mädchen missbrauchendes Monster, sondern eine sozial engagierte, höchst sympathische Frau sein soll. Eine Frau, die in der Untersuchungshaft gequält und gedemütigt wurde: Sie habe jedes Mal Hand- und Fußfesseln tragen müssen, wenn sie in das Gerichtsgebäude gebracht wurde: „Das war schmerzhaft und absolut unnötig“, so ihr Bruder Kevin Maxwell. Und während des Prozesses habe sie täglich oft nur ein Ei, eine Banane und ein Stück trockenes Brot zu essen bekommen. „Folter“, nannte das Kevin Maxwell in einem Interview.

Ghislaine Maxwell will in Berufung gehen

Dass die einst jetsettende Luxusliebhaberin Ghislaine das karge Knastleben für den Rest ihres Lebens ertragen muss – für sie und ihre Familie unvorstellbar. Noch bevor die Richterin die Strafe, das Höchstmaß liegt bei 65 Jahren, verkündete, erklärte ihr Bruder, man werde in Berufung gehen. „Wir glauben fest an die Unschuld unserer Schwester“, so die Familie auf Twitter. „Wir haben die Berufung schon gestartet und sind überzeugt, dass sie bestätigt wird.“

Kevin Maxwell
Ghislaines Bruder Kevin Maxwell, im Hintergrund ihre Schwester Isabel.

Für die Jury steht allerdings fest, dass Ghislaine Maxwell eine zentrale Rolle beim jahrelangen sexuellen Missbrauch junger Mädchen durch den berüchtigten Jeffrey Epstein spielte. Die zwölf Geschworenen des New Yorker Gerichts fällten das Urteil am Mittwoch – sie waren aufgefordert worden, sich mit der Urteilsfindung zu beeilen, da die wegen der Omikron-Variante explodierenden Corona-Infektionen den Prozess bedrohten: Hätte sich eine Geschworener infiziert, wäre das Verfahren geplatzt.

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Maxwell selbst hatte vor Gericht geschwiegen – eine Strategie ihres hochkarätigen Verteidigungsteams, die nicht aufging. Jetzt gibt es für sie nur noch eine Chance, das Strafmaß womöglich zu reduzieren: Sie müsste Namen nennen. Wie eng waren zum Beispiel Prinz Andrew, Bill Clinton und Donald Trump wirklich mit Epstein? Alle drei gehörten zu seinem Netzwerk. Mit der Aussicht auf endlose Nächte auf der Knastpritsche überlegt sich Maxwell womöglich, ob sie nicht doch mit den Behörden kooperiert ​…

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