Bernard von Bredow
  • Bernard von Bredow war ein weltweit anerkannter Eiszeitforscher, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1999.
  • Foto: imago images

Nach Doppelmord an Forscher und Tochter (14): Das Motiv waren wohl Geigen

Nach dem mutmaßlichen Doppelmord an dem deutschen Archäologen Bernard von Bredow (62) und seiner Tochter (14) hat die Polizei in Paraguay drei Tatverdächtige festgenommen. Sie alle haben die deutsche Staatsangehörigkeit – und waren mit dem getöteten Forscher wohl bekannt.

Nach Angaben des leitenden Ermittlers Hugo Grance werden alle drei verdächtigt, an der Tat in der Stadt Areguá in Paraguay beteiligt gewesen zu sein. Als mögliches Motiv nannte der Kommissar den Raub wertvoller alter Musikinstrumente sowie Zertifikate über deren Echtheit, die der Getötete besessen habe. Dabei handelt es sich offenbar um vier Geigen des Italieners Antonio Stradivari, die jeweils bis zu 16 Millionen US-Dollar wert sein sollen.

Von Bredow soll der lokalen Zeitung „ABC Color“ zufolge einem der Männer die Pflege seiner Instrumente während einer Deutschlandreise anvertraut haben. Neben Schusswaffen haben Ermittler nun in der Wohnung eines 58-jährigen Tatverdächtigen die vermissten Musikinstrumente gefunden, die mutmaßlich dem Opfer gehörten.

Forscher und seine Tochter vermutlich mit derselben Waffe getötet

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tatverdächtigen darauf abzielten, die wertvollen Instrumente zu behalten und für viel Geld zu verkaufen. Dafür fehlten ihnen allerdings Echtheits-Zertifikate, die der Forscher offenbar in seinem Haus aufbewahrt hat. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass von Bredow zu Tode gefoltert wurde, damit er die Dokumente aushändigt.


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Die Leichen waren im Haus der Familie nahe Areguá entdeckt worden. Beide Opfer seien durch Schüsse gestorben – vermutlich aus derselben Waffe, sagte der Rechtsmediziner Héctor Meza. Der Vater wurde demnach mit einem Genickschuss getötet – es gebe Anzeichen dafür, dass er vorher gefoltert worden sei. Seine Tochter sei in einer mit Wasser gefüllten Badewanne gefunden worden.

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Bei dem Vater handelte es sich um Bernard von Bredow, der durch seine Arbeit als Eiszeitforscher bekannt geworden ist. Er lebte seit mindestens fünf Jahren zumindest zeitweise in Paraguay. Er hat sich in dem noch nicht fertig gebauten Haus, in dem das Verbrechen offenbar verübt wurde, unter anderem der Reparatur von Musikinstrumenten gewidmet. (mhö)

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