Grundschule Corona
  • Ein komplettes, unbenutztes Set des sogenannten „Lolli-Test“ (PCR-Pooltest) steht in einem Klassenzimmer einer Grundschule.
  • Foto: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Lehrerverband: kein „Freedom Day“ vor Frühjahr!

Während ihre Eltern wieder einem einigermaßen normalen Arbeitsalltag nachgehen, müssen Schülerinnen und Schüler weiterhin Masken tragen und Abstand halten – und frieren bei offenen Fenstern. Der Lehrerverband geht davon aus, dass der „Freedom Day“ für Schulen erst ab etwa Februar 2022 zu erwarten ist. Bis dahin heißt es mehrmals die Woche:„Stäbchen in die Nasen, Test!

Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen leben: Den Freedom Day für Schulen erwarte man frühestens ab etwa Februar 2022, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger.

Bundesschülerkonferenz fürchtet kalten Winter in Schulen

Auch die Gewerkschaften GEW und VBE, die hunderttausende Lehrkräfte in Deutschland vertreten, sehen die Schulen im neuen Schuljahr noch weit von einer Normalität wie vor Corona entfernt. Die Bundesschülerkonferenz befürchtet erneut einen Herbst und Winter, in dem Schülerinnen und Schüler wegen der Lüftungsvorgaben frierend mit Mütze, Schal und Winterjacke im Klassenzimmer sitzen.


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So lange in der Schule Masken getragen, Tests stattfinden und immer wieder Schülergruppen oder ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden müssen, sind wir von einer Normalisierung des Schulalltags weit entfernt, so GEW-Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze. Es bleibt schwierig, einerseits eine gute Beziehungsarbeit aufzubauen, die für das soziale Miteinander unerlässlich und Grundlage des gemeinsamen Lernens ist, wenn andererseits aus guten Gründen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einzuhalten sind. Eine seriöse Prognose über ein mögliches Ende von Corona-Maßnahmen wie Masken an Schulen könne man nicht abgeben.

Schulen sind weiterhin im Corona-Modus

An einen Schulalltag wie vor Corona sei weiter nicht zu denken, sagt auch der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. Dafür nimmt das Testen, Abstandhalten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein. Vielerorts kann zudem das, was kindgerechte Schule ausmacht, das Lernen in wechselnden Gruppen und an Projekten, nicht umgesetzt werden. Auch alle organisatorischen Abläufe seien weiterhin im Corona-Modus. Sei es die ständige Bereitschaft der Schulleitungen für Anfragen der Gesundheitsämter oder das Einhalten von Abstandsregeln auf dem Pausenhof.

Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, kritisiert, es gebe immer noch zu wenig Luftfilter. Damit könnte man das Lüften besser regulieren und ein wenig dieses Frieren der Schülerinnen und Schüler abwenden.

Luftfilter eher in Parlament als in Schulen

Daten aus dem Bundeswirtschaftsministerium hatten gezeigt, dass inzwischen zwar 546 Millionen Euro der vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel für den Ein- und Umbau von Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kitas beantragt sind, abgeflossen sind aber erst 460.000 Euro. Luftfilter und Luftreiniger würden anscheinend eher in Parlamenten und Ministerien aufgebaut und nicht in Schulen, kritisierte der VBE-Vorsitzende Beckmann.

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Zur Frage einer gänzlichen Aufhebung von Corona-Maßnahmen an Schulen sagte Lehrerverbands-Chef Meidinger, er hoffe auf eine baldige Möglichkeit zur Impfung für Kinder unter zwölf Jahren. Ab diesem Zeitpunkt falle die Verantwortung für eine Erkrankung von Nichtgeimpften in den privaten persönlichen Verantwortungsbereich jedes Einzelnen.

Für Kinder unter 12 gibt es bisher keinen zugelassenen Impfstoff gegen Corona. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit einer Zulassung in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres. (dpa/jw)

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