Die Fraktionsvorsitzenden Matthias Miersch (SPD, l-r), Jens Spahn (CDU) und Alexander Hoffmann (CSU)

Die Fraktionsvorsitzenden Matthias Miersch (SPD, l-r), Jens Spahn (CDU) und Alexander Hoffmann (CSU) sprechen bei der Abschluss-Pressekonferenz zur Klausurtagung der geschäftsführenden Fraktionsvorstände von CDU/CSU und SPD. Foto: picture alliance/dpa | Heiko Becker

Koalition will höhere Kassenbeiträge verhindern – weiß aber noch nicht, wie

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Um steigende Kosten für die Gesundheitsversorgung aufzufangen, will der Bund schon Geld zuschießen. Doch das reicht bisher nicht, um die Beiträge sicher stabil zu halten. Tut sich da noch was?

Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD wollen drohende neue Anhebungen der Krankenkassenbeiträge im nächsten Jahr möglichst noch abwenden. „Wir streben an, Beitragssatzerhöhungen zu vermeiden”, sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) nach einer Klausurtagung der Fraktionsspitzen in Würzburg. Es mache ja wenig Sinn, „einerseits beim Gas oder beim Strom zu entlasten und andererseits dann wieder zu belasten”.

Über die konkrete Ausgestaltung und die Abbildung im Haushalt fänden aber noch Gespräche statt, sagte Spahn. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte mit Blick auf die laufenden Etatberatungen, man sei in guten Gesprächen, „die auch dazu führen, dass genau dieser Aspekt berücksichtigt wird”. Gebraucht würden aber noch einige Parameter. 

Noch fehlt Geld für stabile Beiträge

In den vom Kabinett beschlossenen Haushaltsentwürfen für 2025 und 2026 sind bereits Finanzspritzen für die gesetzlichen Krankenversicherungen über Darlehen vorgesehen. Das Gesundheitsministerium hatte jedoch signalisiert, dass dies noch nicht ausreichen würde, um Beitragsanhebungen Anfang 2026 zu verhindern. Ressortchefin Nina Warken (CDU) hatte deutlich gemacht, dass sie noch auf Nachbesserungen in den parlamentarischen Beratungen setzt. Erst Anfang 2025 hatte es eine Welle kräftiger Beitragserhöhungen gegeben.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen begrüßte die Äußerungen der Fraktionschefs. „Das wäre ein starkes und wichtige Signal, wenn die Koalition für stabile Beiträge ab dem 1. Januar 2026 sorgen würde”, sagte Sprecher Florian Lanz. „Allein im laufenden Jahr gab es schon 20 Erhöhungen von Zusatzbeiträgen. So kann es nicht weitergehen.”

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Spahn verwies auch auf vorgesehene Reformkommissionen für die Kranken- und Pflegeversicherung. Es stelle sich bei den Beiträgen jetzt aber dringlich die Frage zum 1. Januar 2026. (dpa)

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