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„Heruntergeschlucktes Kaugummi verklebt den Magen“, warnen viele Eltern ihre Kinder – ist da was dran?
  • „Heruntergeschlucktes Kaugummi verklebt den Magen“, warnen viele Eltern ihre Kinder – ist da was dran?
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Kaugummis verkleben den Magen? Alltags-Weisheiten im Fakten-Check

Manchmal behalten Eltern mit ihren Belehrungen recht. Sie haben mehr Lebenserfahrung und damit den einen oder anderen guten Tipp parat. Zuweilen liegen sie mit ihren Weisheiten aber auch total daneben. Macht Lesen im Dunkeln wirklich schlechte Augen? Verklebt Kaugummi tatsächlich den Magen? Die Alltags-Weisheiten Fakten-Check.

Fakten-Check: Verschluckte Kaugummis gefährlich?

Behauptung: Verschluckte Kaugummis verkleben den Magen.

Bewertung: Falsch.

Fakten: Manchmal passiert es schneller als gedacht: Ein Kaugummi wandert versehentlich die Speiseröhre hinunter. Ein Gerücht besagt, dass es dann den Magen verkleben könnte.

Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselstörungen (DGVS) gibt Entwarnung: „Die Kaugummis kleben nicht im Mund an den Zähnen und beim Schlucken nicht in der Speiseröhre oder den Magenwänden fest. Auch nicht nachfolgend im Dünn- und Dickdarm“, sagt Medizinerin und DGVS-Sprecherin Birgit Terjung. „Die Schleimhäute im gesamten Verdauungstrakt sind mit einem Flüssigkeitsfilm überzogen, der dies verhindert.“

Die verdaulichen Bestandteile werden durch Säure und Enzyme abgebaut – und verkleben nicht den Magen. Die unverdauliche sogenannte Kaugummibase (ein künstlich aus Erdöl gewonnenes Gummi), die die Süßigkeit so klebrig und gummiartig mache, werde mit dem Stuhlgang ausgeschieden.

Fakten-Check: Absichtliches Schielen schädlich?

Behauptung: Absichtliches Schielen kann für immer bleiben.

Bewertung: Falsch.

Fakten: Kinder ziehen gerne mal Grimassen – dazu gehört auch das Schielen mit den Augen. Aber wer wirklich davon betroffen ist, kann das nicht einfach so steuern. Das Schielen ist eine meist beständige oder immer wieder auftretende Fehlstellung eines oder beider Augen, wie der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) schreibt. Die Augen schauen dabei nicht in die gleiche Richtung. Schielen sei nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern oft mit einer schweren Sehbehinderung verbunden.

Ist Schielen schädlich für die Augen? imago/Westend61
Ist Schielen schädlich für die Augen?
Ist Schielen schädlich für die Augen?

„Eine vorübergehende, absichtliche, bewusste, meist angestrengte Schielstellung führt zu Doppeltsehen, aber im Allgemeinen nicht zu bleibenden Schäden“, sagt Augenarzt Horst Helbig vom Universitätsklinikum Regensburg der dpa. Außerdem sei das Babyschielen mit wechselnder Augenstellung in den ersten sechs Lebensmonaten ohnehin häufig. Wenn die Kinder aber danach weiter schielen, sollten sie Helbig zufolge schnellstmöglich zu einem Augenarzt – damit sich keine irreversiblen Sehschwächen ausbilden.

Fakten-Check: Schadet Lesen im Dunkeln den Augen?

Behauptung: Lesen im Dunkeln macht die Augen kaputt.

Bewertung: Stimmt.

Fakten: Trotz Bettzeit will die Tochter noch nicht schlafen gehen – das Kapitel in ihrem Buch ist einfach zu spannend. Sie kriecht also heimlich mit einer Taschenlampe unter die Bettdecke. Dabei soll das Lesen bei Dunkelheit oder schlechtem Licht die Augen verderben. An dem Mythos scheint etwas dran zu sein. „Lesen bei schlechtem Licht im Kindesalter gilt als Risikofaktor für die Entwicklung beziehungsweise Verstärkung einer Kurzsichtigkeit“, sagt Augenmediziner Helbig.

Lesen bei wenig Licht soll den Augen schaden – stimmt das? dpa
Lesen bei wenig Licht soll den Augen schaden – stimmt das?
Lesen bei wenig Licht soll den Augen schaden – stimmt das?

In einer Studie der Queensland University of Technology aus dem Jahr 2014 kommen die Forscherinnen und Forscher zu folgendem Schluss: Kinder, die sich länger im Freien bei hellem Licht aufhalten, haben bessere Augen als jene, die das weniger häufig tun. Diese sind dann meist kurzsichtig.

Fakten-Check: Schief sitzen ungesund?

Behauptung: Wer schief sitzt, bekommt einen Buckel

Bewertung: Falsch.

Fakten: Kinder und Jugendliche lümmeln ganz gern. Lässiges beziehungsweise schiefes Sitzen oder Stehen sieht nun mal cooler aus als eine gezwungene, aufrechte Haltung. Aber kommt tatsächlich davon ein schiefer Rücken – oder gar Buckel? Nein, sagt Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). „Ich glaube, sie müssen sehr lange und viel schief sitzen, um einen Buckel zu bekommen. Das kommt nicht davon, wenn sie mal einen Nachmittag schief an den Hausaufgaben sitzen.“

Fakten-Check: Bekommt man vom krummen Sitzen einen Buckel? IMAGO / imagebroker
Fakten-Check: Bekommt man vom krummen Sitzen einen Buckel?
Fakten-Check: Bekommt man vom krummen Sitzen einen Buckel?

Um Rückenproblemen vorzubeugen, sei nicht unbedingt eine perfekte Körperhaltung wichtig. Vielmehr gehe es darum, ausreichend Bewegung im Alltag zu haben, sagt Kladny.

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