Düngemaschine auf Feld
Düngemaschine auf Feld
  • Ein Bauer düngt seinen Acker mit Schweinegülle. Bald vielleicht mit Eigen-Urin?
  • Foto: IMAGO / Martin Wagner

Gute Ernte dank Pipi-Dünger? Forscher wollen menschlichen Urin auf den Feldern

Mit dem eigenen Pipi den Weißkohl düngen? Bei dem Gedanken ekelt es sicher viele. Dabei ist menschlicher Urin prima für gesundes Pflanzenwachstum! Und unsere nicht-flüssigen Hinterlassenschaften sind zumindest nicht so schei…, wie gedacht.

Düngen mit menschlichen Exkremten? Das ist in Deutschland verboten. Bei uns kommen nur Gülle und Jauche von Vierbeinern auf’s Feld. Ein Team vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau hat aber jetzt anhand von Feldversuchen mit Weißkohl nachgewiesen: Menschlicher Urin bringt beim Gemüseanbau ebenso gute Ergebnisse wie anderer Bio-Dünger. Bei Kompost aus menschlichem Stuhl sind die Erträge dagegen geringer.

Andere Länder düngen bereits mit menschlichem Urin

„Wir zeigen, dass Produkte, die aus dem Recycling von menschlichem Urin und Kot gewonnen werden, praktikable Stickstoffdünger für den Kohlanbau sind“, so Forschungsleiterin Franziska Häfner. Sie fordert, die Düngemittelverordnung zu ändern und menschliche Fäkalien und Urin als Ausgangsstoffe für Dünger zuzulassen. Österreich, Liechtenstein und die Schweiz haben bereits einen „Pipi-Dünger“ namens „Aurin“ auf dem Markt.

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Wichtig war dem Forschungsteam, dass weder Krankheitserreger noch Pharmarückstände in den Pflanzen auftauchen. Der Weißkohl wurde auf 310 Substanzen untersucht. Nur von Carbamazepin, einem Medikament gegen Epilepsie, wurde ein minimal erhöhter Wert gemessen. Um den Wirkstoff für eine Tablette erhalten, müsste man allerdings 521.000 Weißkohlköpfe essen …

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