Marrianne Mahn
  • Die Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Grüne) schilderte in einem Video ihre Rassismus-Erfahrungen im Krankenhaus. (Symbolbild)
  • Foto: imago images/epd-bild/Thomas Lohnes

„In Ihrem Geburtsland wären sie jetzt tot“ – Politikerin wirft Arzt Rassismus vor

Beileidigungen im Krankenhaus: Grünen-Politikerin Mirrianne Mahn hat ihre Erlebnisse mit ihrem behandelnden Arzt auf Instagram geteilt. Sie wirft dem Mediziner dort vor, sich ihr gegenüber rassistisch verhalten zu haben.

„Ich fasse es nicht, dass sich gerade im Internet weine“, sagt Mirrianne Mahn in einem berührenden Video, das sie am Montag auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlichte. Sie trägt ein OP-Hemd, ihre Augen sind verweint. Sie sei im Krankenhaus und gerade operiert worden, habe Schmerzen. Das hielt die Patientin nicht davon ab, in einem Clip ihre erschütternden Erfahrungen zu schildern. Das Video verbreitete sich schnell – und hatte am Dienstagabend bereits über 450.000 Aufrufe.

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Am Morgen habe es einen Schichtwechsel gegeben – seitdem sei ein anderer Arzt für sie zuständig. Die Lokalpolitikerin aus Frankfurt am Main musste sich ihrem Bericht zufolge von ihm rassistische Sprüche wie „Was ist jetzt mit der Afrikanerin?“ anhören. Beim Namen habe der Mediziner sie nicht genannt. Wenn sie Fragen gestellt habe, habe er extra langsam und in gebrochenem Deutsch mit ihr gesprochen.


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Doch damit nicht genug: Mahn solle froh sein, in Deutschland behandelt zu werden. „In Ihrem Geburtsland wären sie jetzt tot“, habe der Mediziner gesagt. Auch der Satz „Schmerzen sind nie normal, aber ihre Landsleute halten ja mehr aus als andere“ sei gefallen.

In einem weiteren Beitrag erklärt Mahn, dass der Arzt sie nicht mehr behandelt habe, nachdem sie sich über ihn beschwert hatte. Die Lokalpolitikerin wollte den Namen des Krankenhauses nicht nennen – sie habe dort unabhängig von dem Vorfall eine gute Behandlung erfahren. Auch den Namen des Mediziners nannte sie nicht. Die Frankfurterin schrieb: „Mir geht es nicht um diesen einen Arzt, sondern um das strukturelle Problem dahinter.“

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In den Kommentaren bekam die Lokalpolitikerin viel Zuspruch. Auch Zuschriften von anderen Betroffenen, die ähnliche Situationen schildern, hat sie nach eigenen Angaben viele bekommen. Dass es so viele waren, habe Mahn erschrocken. „Ich wusste, dass es solchen Rassismus im Gesundheitswesen gibt, habe es aber das erste Mal in dieser Form erlebt und das Ausmaß des Problems war mir einfach nicht bewusst“, schrieb sie. Doch die überwiegend positiven Reaktionen auf ihr Video hätten ihr auch Hoffnung gegeben.

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