Lemke an der Oder
  • Steffi Lemke, Bundesumweltministerin, Rene Wilke, Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), und Axel Vogel, Umweltminister von Brandenburg, sprechen mit Einsatzkräften über die Umweltkatastrophe.
  • Foto: Patrick Pleul/dpa

Fischsterben in der Oder: Was lief mit den polnischen Behörden falsch?

Das lief nicht gut! Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat in Sachen Fischsterben in der Oder Koordinierungsprobleme mit Polen zugegeben. Die Ursachen für das Umwelt-Drama sind weiter unbekannt. Spekuliert wird, dass Chemie-Abfälle in den Fluss gekippt wurden. Polens Polizei setzte für Hinweise auf Täter 210.000 Euro Belohnung aus.

Lemke sprach mit Einsatzkräften von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Sie kritisierte, dass aus Polen Informationen fehlten. „Die Frage der deutsch-polnischen Zusammenarbeit hat an dieser Stelle ganz offensichtlich nicht funktioniert“, sagte die Ministerin. „Sonst hätten wir früher Informationen erhalten, zumindest das Land Brandenburg oder auch die Anrainerkommunen“

Tote Fische
Umweltkatastrophe: In der Oder treiben massenhaft tote Fische

Mit der polnischen Umweltministerin Anna Moskwa habe sie vereinbart, dass es eine gemeinsame Bewertung durch Experten sowie einen Austausch der Analyseergebnisse geben solle. Lemke dankte Helfern und Anglern, die schnell auf die toten Fische aufmerksam gemacht hätten.

Fischsterben in der Oder: Es gibt wohl mehrere Auslöser

Nach Angaben von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) weist die Oder „sehr stark erhöhte Salzfrachten“ auf. Das sind im Wasser gelöste Salze. Dem Landesministerium zufolge könnte dies im Zusammenhang mit dem Fischsterben stehen. „Nach jetzigen Erkenntnissen wird es jedoch nicht ein einziger Faktor sein, der das Fischsterben in der Oder verursacht hat.“

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Polnische Behörden hatten schon Ende Juli Hinweise, dass in dem Fluss massenweise verendete Fische treiben. Nun stehen Regierung und Behörden in der Kritik, gezögert zu haben. Eine erste Reaktion darauf: Am Freitagabend entließ Regierungschef Mateusz Morawiecki die Leiter der Wasserbehörde und der Umweltbehörde. Er selbst habe erst am Mittwoch von dem massiven Fischsterben erfahren. „Ich wurde auf jeden Fall zu spät informiert.“ (dpa/miri)

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