In vielen Regionen Südeuropas ist es aktuell brüllend heiß.
  • In vielen Regionen Südeuropas ist es aktuell brüllend heiß.
  • Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Fast 50 Grad! Urlaubsland meldet möglichen traurigen Hitze-Rekord

Extreme Hitze und verheerende Waldbrände haben Südeuropa weiter fest im Griff: Während sich in Griechenland die Lage durch Regenfälle langsam zu entspannen scheint, ist in Italien noch längst nicht alles überstanden. Eine historische Hitzerekord-Marke wird aber wohl doch nicht geknackt – zumindest noch nicht.

Auf Sizilien zeigte am Mittwoch in der Provinz um die Stadt Syrakus eine Messstation 48,8 Grad Celsius an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Dieser Extrem-Wert wäre ein Rekord für Europa – wenn sie offiziell verifiziert würde. Der bisherige Rekord stammt von 1977, wie die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf am Donnerstag bestätigte. Damals wurden 48 Grad in Athen und Elefsina in Griechenland gemessen. Zuvor hatte die WMO fälschlich 1956 als Jahr der Messung genannt.

Weltwetterorganisation (WMO) prüft Temperatur-Rekorde

Die WMO sei über die Messung auf Sizilien informiert und sehe sich die Details an, sagte eine Sprecherin der dpa. Der Vorsitzende des Ausschusses, der Wetterrekorde prüft, verweise aber darauf, dass die Messung nicht vom offiziellen italienischen Wetterdienst, der vom Militär betrieben wird, vorgenommen wurde.

Die Weltwetterorganisation prüft alle gemeldeten Rekorde. Dabei werden die Umstände vor Ort – etwa wo und wann genau, bei welchen Wetterverhältnissen gemessen wurde – ebenso untersucht wie das Messgerät. So hatte die WMO im Juli einen im vergangenen Jahr aus der Antarktis gemeldeten Rekord vor einigen Wochen zurückgewiesen, weil das Messgerät mit einem improvisierten Strahlenschutz versehen war, der die Messung beeinflusst haben könnte. Die Prüfungen dauern meist mehrere Monate oder sogar Jahre.

Aber ob Rekord oder nicht, in Italien ist es heiß – und zwar richtig heiß. In dem beliebten Urlaubsland müssen sich Einwohner und Touristen in vielen Landesteilen auf weitere Hitzetage einstellen. In Süditalien und auf den großen Inseln lodern zahlreiche Waldbrände. Hitze, Trockenheit und Wind geben den Flammen immer wieder Vortrieb. Am Mittwoch verlor laut Medienberichten ein Mann sein Leben in den Flammen auf seinem Grundstück im kalabrischen Örtchen Grotteria. Ende vergangener Woche starben ein Mann und eine Frau ebenfalls in Kalabrien im Zusammenhang mit den Bränden.

Hitze in Italien: Meteorologen erwarten bis zu 38 Grad in Rom

Das Gesundheitsministerium gab für Donnerstag und Freitag die höchste Hitzewellen-Stufe drei für viele italienische Städte heraus. Demnach dürfte es etwa in Bari an der südlichen Adriaküste, in der Hauptstadt Rom, in Palermo auf Sizilien und auch in Triest im Nordosten sehr heiß werden. In Rom erwarten die Meteorologen Werte bis zu 38 Grad Celsius, ebenso in Palermo und Bari.

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In Italien gilt der August als besonders heißer Monat. Das Gesundheitsministerium bezieht für seine Bewertung zu Warnstufen auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind mit ein. Bei Stufe drei sehen die Experten Gefahren für die Gesundheit. Sie empfehlen deshalb, viel zu trinken, aber keinen Alkohol oder Kaffee, sondern etwa Wasser, und sich mit Kopfbedeckungen und Sonnencreme zu schützen. Zur besonders heißen Tageszeit zwischen 11 und 18 Uhr solle man besonders anstrengende Aktivitäten vermeiden. (alp/dpa)

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