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Musk
  • Elon Musk hat 44 Milliarden US-Dollar für Twitter gezahlt – und benannte die Plattform in X um.
  • Foto: IMAGO/USA TODAY Network

Experte: Darum wird Elon Musks Social-Media-Plattform X von Hass überflutet

Hass, Wut, Desinformation, Propaganda und Lügen verbreiten sich hier prächtig – und weitgehend ungebremst: Die Social-Media-Plattform X, die früher Twitter hieß und heute Elon Musk, dem reichsten Mann des Planeten, gehört, eignet sich wunderbar als digitale Dreckschleuder. Und was macht Musk? Nicht viel.

Der Krieg in Nahost macht es erschreckend deutlich: Auf X tummeln sich Hetzer, Fake-Profile und Pöbler. „Die Plattform wird mittlerweile von Akteuren, die Desinformationen streuen und Hass verbreiten, geradezu überrannt“, erkläre Axel Bruns, Professor für Medien- und Kommunikationsforschung an der Queensland University in Australien.

Und X macht es den Hassern leicht. Viel zu leicht. Die Moderatorenteams, die zu Twitter-Zeiten gezielt zum Beispiel gegen Kinderpornografie vorgingen, sind durch Musks Massenentlassungen nach der Übernahme dezimiert – „falls sie denn überhaupt noch existieren“.

Social-Media-Plattform X tut nicht genug gegen Hassrede

Bruns nennt noch ein Problem: Mit der Einführung des käuflichen „Verifizierungshäkchens“ kann sich jeder Accountbetreiber als angebliche Autorität präsentieren. Ungeprüft. „Zusätzlich werden diese ,verifizierten‘ Accounts auch noch durch die Algorithmen bevorzugt, die die Feeds und Suchergebnisse zusammenstellen.“ Und genau das wird ausgenutzt: „Suchen zu aktuellen Themen führen nicht mehr zu wirklich informativen Inhalten, sondern vor allem zu Spam und Desinformationen.“

Die ungebremste Hass-Verbreitung hat auch die EU schon bemängelt. Der europäische Digital Services Act (DSA) verpflichtet große Online-Plattformen, konsequent und schnell gegen Hassrede vorzugehen. Tut X das? Zweifelhaft. Darum schickte  die EU-Kommission einen Fragenkatalog. Grund waren Hinweise auf die Verbreitung von Gewaltaufrufen und Fakenews nach dem Hamas-Terror.

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Und Musk? Der beschwerte sich über die Nachfragen. Er hatte X kürzlich auch aus der europäischen Selbstverpflichtung zum Kampf gegen Falschinformationen austreten lassen. Gerüchte, er würde die Plattform wegen der DSA-Richtlinien in Europa sogar komplett sperren lassen, hat er allerdings dementiert.

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