Wandbild mit einem Corona-Virus, delta.
Wandbild mit einem Corona-Virus, delta.
  • Böses Virus! Die Delta-Untervariante AY.3 macht Forschenden Sorgen.
  • Foto: Imago/MajdixFathix

Delta-Untervariante AY.3: Wie gefährlich ist sie?

Das Mutations-Karussell dreht sich weiter: Nach Alpha, Beta, Gamma, Delta und Lambda bereitet nun ein neuer Virus-Ableger den Forschenden Sorge: AY. 3. Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Sublinie, also eine Untervariante der Delta-Variante – die bereits verstärkt im Süden der USA sowie in Teilen Großbritanniens und Israels auftritt. Auch in Deutschland wurde AY.3 bereits vereinzelt nachgewiesen. Das weiß man bisher über den „kleinen Delta-Bruder“:

Es sind erst einige Wochen, in denen AY.3 auf dem Radar der Virolog:innen erscheint, die Fallzahlen sind gering und erschweren derzeit noch eine genaue Risikoeinschätzung. Laut letztem RKI-Bericht zu besorgniserregenden Varianten kam AY.3 in der ersten Augustwoche 37-mal in untersuchten Proben vor, was einem Anteil von 3,6 Prozent aus der Stichprobe entspricht. In den südlichen US-Bundesstaaten Missouri und Mississippi liegt der Anteil von AY.3 an den Infektionen hingegen bereits bei 43 und 45 Prozent, wie Daten der US-Seuchenschutzbehörde CDC zeigen.

Delta-Untervariante: Daten zu AY.3 verheißen nichts Gutes

In Israel teilte das Gesundheitsministerium mit, dass AY.3 bereits im Land sei, vermutlich aus den USA eingeschleppt. „Es sieht sehr, sehr virulent aus, was die Infektionsrate angeht, und es scheint, als ob es eine relative Resistenz gegen den Impfstoff entwickelt“, sagte Asher Shalmon, Leiter des Referats für Internationale Beziehungen, vor einem Ausschuss des Parlaments.

Die bisherigen Daten, die zu AY.3. vorliegen, deuten zunächst in keine gute Richtung, die Ansteckungsgefahr könnte bei dieser Untervariante gestiegen sein – wieder einmal. So twitterte Christina Pagel, Professorin am University College London, zu AY.3: „Das sind definitiv die ersten klaren Zeichen einer potenziell besorgniserregenden Variante seit einer Weile.“

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich in dem sozialen Netzwerk alarmiert und schrieb, dass die neue Sars-CoV-2-Variante „noch ansteckender als die Delta-Variante zu sein scheint“. Das erinnere daran, „wie wichtig der schnelle Impferfolg ist. Es wird auf jeden Fall noch gefährlichere Varianten als Delta geben“, so Lauterbach weiter.

So entstand die Delta-Variante

Die britische Wissenschaftlerin Pagel betont in ihrem Tweet jedoch auch das Wort „könnte“. So „könnte“ AY.3 übertragbarer sein als Delta und es „könnte“ immun-ausweichender sein. Konkret und fundiert ist das AY.3 jedoch noch nicht nachzuweisen. So könnte das Wachstum der Untervariante auch nur Zufall sein, so Pagel. „Aber wir haben dies schon einmal gesehen und sollten daher mit der Planung beginnen, was zu tun ist, und mehr über AY.3 erfahren“. Somit wäre es also theoretisch denkbar, dass die Sublinie die ursprüngliche Delta-Variante in der Zukunft verdrängt.

Dass Viren mutieren, ist nichts Neues. So wurde der ursprüngliche Virus-Wildtyp von den späteren Mutationen Alpha, Beta, Gamma und Delta verdrängt. Jedoch klassifizieren nationale Gesundheitsbehörden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur manche Viruslinien als besorgniserregend.

Studie: Impfungen helfen gegen weitere Mutationen

So sind diese Linien dann nachweislich übertragbarer, virulenter oder die Immunantwort von genesenen oder geimpften Personen fällt schlechter aus. Bisher fehlt bei AY.3 dieser Nachweis noch. Die weiteren Sub-Varianten, die die Forscher:innen identifiziert haben, sind AY.1 und AY.2. Beide gelten jedoch weitestgehend als unproblematisch – und geben aktuell keinen Anlass zur Sorge.

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Doch wie lässt sich das Mutationskarussell stoppen? Auch hier steht die Forschung noch am Anfang, konnte aber bereits einzelne Ergebnissen erzielen. So fanden Wissenschaftler:innen in einer Studie, die Anfang August auf dem US-Preprint-Server „Medrxiv“ veröffentlicht wurde, heraus, dass in Ländern mit hoher Impfquote die Mutationsrate deutlich geringer war als in Ländern mit niedrigerer Impfquote. Insofern gilt bisher, wie Karl Lauterbach ebenfalls in seinem Tweet andeutete: Je mehr Geimpfte es gibt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Mutationen.

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