Neo Bahn ICE
  • Ein neues Neo-Modell der Deutschen Bahn.
  • Foto: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst

Besserer Empfang, neue Kaffeemaschinen: Das erwartet Reisende im neuen ICE Neo

Die Tische und Sitze im Innern und auch der Boden sind noch mit Schutzfolie abgeklebt – alles nigelnagelneu im Neo. Zwar sehen die neuen ICE 3 Neo-Modelle fast genauso aus wie sein Vorgänger ICE 3, aber hinter der Fassade hat sich einiges getan. Es gibt neue Handyhalter, neue Kaffeemaschinen und auch telefonieren sollen Fahrgäste ab Ende des Jahres in den neuen Modellen der ICE-Flotte deutlich besser.

Ab Dezember sollen die brandneuen Züge der Deutschen Bahn über die Schienen rollen, beziehungsweise eher flitzen, denn: Die Züge sollen mit ihrer möglichen Spitzengeschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde vor allem auf den Rennstrecken unterwegs sein. Zunächst wohl auf der Fernverkehrsstrecke zwischen Nordrhein-Westfalen und München.

Ab Dezember kommt neue ICE-Flotte Neo 3

Und da soll dann einiges stabiler und besser laufen: Die Fensterscheiben im neuen ICE sind so konstruiert, dass sie das Mobilfunksignal deutlich besser durchlassen als die bisherigen Fernzüge. Bislang wird das Signal über sogenannte Repeater ins Innere der Wagen geleitet – oft bleibt der Empfang dabei auf der Strecke. Auch neue Handyhalter sollen für angenehmeres Telefonieren sorgen.

iCE Neo Deutsche Bahn
Sitze in der ersten Klasse des ICE Neo.

Auch die Koffein-Versorgung der Fahrgäste hat ein Upgrade in den neuen Flotten-Modellen bekommen: So betonen die Technik-Fachleute besonders die Kaffee- und Spülmaschinen im Bordbistro, die besser funktionieren sollen. Und: „Wir haben einen verbesserten und vergrößerten Familien- und Kleinkinderbereich. Wir haben mehr Fahrradstellplätze als in anderen Zügen und wir haben auf den Toiletten neue sensorgesteuerte Wasserhähne, so dass wir auch den neuen Hygieneanforderungen gerecht werden“, sagt Konzernvorstand für den Personenfernverkehr, Michael Peterson.

Deutsche Bahn: Infrastruktur an vielen Stellen veraltet

Insgesamt 73 ICE 3 Neo hat die Deutsche Bahn bei Siemens bestellt. Bis 2029 soll der letzte von ihnen ausgeliefert sein. Preis: Rund 2,5 Milliarden Euro. Viele Milliarden Euro hat die Bahn in den vergangenen Jahren in ihre Fernverkehrsflotte investiert. Neben dem ICE 3 Neo läuft derzeit die Auslieferung von insgesamt fast 140 ICE 4, die ebenfalls von Siemens kommen. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen laut Peterson allein 460 ICE im Netz unterwegs sein. Die Regierung will bis 2030 rund doppelt so viele Fahrgäste auf die Schiene bringen. „Und dazu brauchen wir natürlich das entsprechende Material“, so Peterson.

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Doch Engpässe gibt es vor allem in der an vielen Stellen maroden und überalterten Infrastruktur. Trotz Tempo 320 ist die Bahn im Fernverkehr deshalb so unpünktlich unterwegs wie seit Jahren nicht. Eine Generalsanierung der besonders stark befahrenen Korridore soll es richten. Doch bis die Bahn bei der Pünktlichkeit das schon lange angestrebte 80-Prozent-Ziel erreicht, dürfte es noch Jahre dauern. (alp/dpa)

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