Der Drehort wurde nach dem tödlichen Vorfall von der Polizei abgesperrt.
  • Der Drehort wurde nach dem tödlichen Vorfall von der Polizei abgesperrt.
  • Foto: dpa/Albuquerque Journal via ZUMA

Tote Kamerafrau: Wer jetzt unter Verdacht steht – und wen Alec Baldwin heimlich traf

Zwei Tage nachdem der US-Schauspieler Alec Baldwin die Kamerafrau Halyna Hutchins versehentlich mit einer Requisitenwaffe erschossen hat, wird steht die Filmwelt unter Schock, Ermittlungen laufen auf Hochtouren: Wie konnte das passieren? Alec Baldwin und der Witwer der Toten sind in ihrer Trauer vereint.

Laut Polizeibericht wurde Chef-Kamerafrau Hutchins von Baldwin in die Brust, der hinter ihr stehende Regisseur Joel Souza (48) in die Schulter getroffen. Er hat sich jetzt geäußert: „Ich bin tieftraurig über den Tod meiner Freundin und Kollegin Halyna“, erklärte Souza. „Sie war freundlich, lebhaft, unglaublich talentiert, hat um jedes Detail gekämpft und mich immer ermuntert, mehr zu geben.“

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Der Regieassistent, der den Revolver an Baldwin übergab, sagte aus, er habe geglaubt, die Waffe enthalte keine Munition. Ein fataler Irrtum. Doch was für eine Kugel sich in der Waffe befand? „Dazu haben wir noch keine Informationen“, so die Polizei zur dpa.

Todesschuss am Filmset: Waffenmeisterin und Regieassistent im Fokus

Wer trägt Verantwortung? Das wird in Hollywood heiß diskutiert. Auch wenn nicht strafrechtlich ermittelt wird: Einige aus der Filmcrew haben Vorwürfe gegen den Regieassistenten erhoben. Es wäre seine Aufgabe gewesen, die Waffe zu prüfen. Auf dem veröffentlichen Notruf  sagte eine Mitarbeiterin, man  brauche „sofort Hilfe.“ Im Gespräch beschimpfte sie auch den Regieassistenten; „Dieses Arschloch, der mich beim Mittagessen angeschrien hat… Er sollte die Waffen kontrollieren, er ist verantwortlich für das, was am Set passiert!”

Ingesamt sollen die Vorkehrungen am Set  miserabel gewesen sein. Mitglieder der Kamera-Crew verließen kurz vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort. Einer der Vorwürfe: Die Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden. Erschreckend: Sogar versehentlich ausgelöste Schüsse habe es gegeben.

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Ebenfalls im Fokus: Die erst 24-jährige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed, Tochter des  Revolver-Experten Thell Reed. Der Dreh mit Baldwin war erst ihr zweiter Einsatz. Bei ihrem ersten Job, dem  Film „The Old Way“ mit Nicolas Cage, soll sie einer Elfjährigen eine Waffe gegeben habe, ohne sie vorher zu prüfen.

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Hutchins‘ Ehemann Matt dankte per Twitter im Namen der Familie für die öffentliche Anteilnahme und postete ein Foto seiner verstorbenen Frau mit dem gemeinsamen Kind. Er bat um Spenden für ein Stipendienprogramm für Kamerafrauen, das vom Amerikanischen Filminstitut AFI im Namen der Verstorbenen ins Leben gerufen wurde.

Was auch immer Ermittlungen ergeben: Alec Baldwin und der Witwer der Toten stützen sich gegenseitig: In einem Hotel nahe des Filmsets frühstückten sie gemeinsam. Auch Hutchins’ neunjähriger Sohn war dabei.  „Baldwin wirkte wie ein gebrochener Mann“, so ein Augenzeuge zur „New York Post“. Zum Abschied umarmten sich die Männer. Hoffentlich können sie sich Halt in ihren schlimmsten Stunden geben. 

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