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Baden Baden Ukrainer
  • In diesem Restaurant in Baden-Baden soll es zu dem Eklat gekommen sein.
  • Foto: IMAGO / Lindenthaler

Restaurant schmeißt ukrainischen Barmann raus – wegen Russland-Kritik

Die Entlassung eines ukrainischen Barmanns in einem Edel-Restaurant in Baden-Baden schlägt hohe Wellen: Der 51-Jährige hatte den russischen Angriffskrieg in einem Video im Netz kritisiert – das Restaurant kündigte ihm daraufhin. Auch der ukrainische Außenminister äußerte sich zu dem Fall.

Der Mann veröffentlichte seine knapp zweiminütige Wutrede gegen den russischen Angriffskrieg vergangene Woche auf Instagram. Zunächst hatten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ berichtet. Das Video solle eine Botschaft an die „Russen“ sein, erklärte der Mann im Video.

„Unsere Stadt ist ruhig. Aber in großen Städten könnt ihr verprügelt werden, also denkt nach und sagt: ,Ehre der Ukraine!’“ Weiter sagte er, dass bei seiner Arbeit viele Leute reden würden, Russen seien nirgends willkommen. Dann wettert er gegen den Krieg.

Wegen Russland-Kritik: Restaurant in Baden-Baden schmeißt Ukrainer raus

Daraufhin wurde dem Angestellten von seinem Arbeitgeber außerordentlich gekündigt. Auf der Homepage des Restaurants, das, wie der „Spiegel“ berichtet, bei Russen beliebt sein soll, hieß es: Das Video habe „bei vielen Menschen zu Recht für Empörung und Unverständnis gesorgt“. Der Betrieb betonte, jede Form von „Rassismus“ zu verurteilen. Wie der „Spiegel“ weiter berichtet, soll der Familienvater sieben Jahre lang in dem Restaurant gearbeitet haben.

Der Rauswurf sorgte bei Ukrainern in sozialen Netzwerken dem Bericht zufolge für Unverständnis. Der Tenor: Die Äußerungen rechtfertigten keine fristlose Entlassung. Das Restaurant sei nur um seinen Ruf bei russischsprachigen Gästen besorgt.

Inzwischen reagierte sogar der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Facebook: „Mein Signal an alle Putin-Versteher – Anhänger Putins in Deutschland und anderen Ländern – ihr seid wie die Piloten der russischen Flugzeuge, die ukrainische friedliche Bürger umbringen.“ Der ukrainische Staat erlaube es niemandem, seine Bürger zu beleidigen. Weder in der Ukraine, noch im Ausland. „Wir beim Außenministerium werden hart auf Vorfälle von Respektlosigkeit reagieren.“

Baden-Baden: Mehr als 1000 russische Einwohner

Baden-Baden ist ein Kurort mit mehr als 200 Jahren russischer Tradition. Es waren neben den Franzosen die Russen, die dem Ort im 19. Jahrhundert zur Berühmtheit verhalfen. Damals weilten Dichter wie Fjodor Dostojewski, Iwan Turgenjew, Lew Tolstoi, Nikolai Gogol oder Wassili Schukowski in der Kurstadt. Auch viele Adelige und drei Zaren kamen nach Baden-Baden.

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Heute leben der Stadt zufolge 1100 Bürger mit russischem Pass in der Kurstadt und noch einmal so viele mit doppelter Staatsbürgerschaft. Außerdem haben 500 Ukrainer sowie 270 Ukrainer mit doppelter Staatsbürgerschaft hier ihren Wohnsitz, ebenso wie eine Reihe von Russischstämmigen mit deutschem Pass. (alp/dpa)

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