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  • Foto: imago images/Pixsell

Angst vor neuem Lockdown: Ferien lassen Infektionszahlen in Urlaubsländern explodieren

Paris –

Die Ferien in Europa sind fast zu Ende, die Touristen reisen nach und nach ab. Was bleibt, sind in vielen beliebten Urlaubsländern steigende Infektionszahlen – und neuerliche Einschränkungen.

Frankreich meldet höchste Neuinfektionswerte seit Lockdown-Ende

Die Lage spitzt sich wieder zu: In Frankreich sind binnen 24 Stunden 4897 Neuinfektionen registriert worden – der höchste Wert seit dem Ende des Lockdowns im Mai. Zum Vergleich: In Deutschland meldete das Robert-Koch-Institut am Montag 711 Neuinfektionen.

„Sehr besorgt“ zeigten sich die französischen Behörden vor allem über einen neuen, massiven Ausbruch in einem Touristenort am Mittelmeer: In einer FKK-Anlage in Cap D’Agde wurden rund hundert Urlauber positiv auf das Virus getestet. Am späten Montagabend erklärte das Auswärtige Amt dann die Regionen Paris und Teile der Côte d’Azure zum Risikogebiet.

Die Corona-Lage in Kroatien ist ernst

Ernst ist die Situation auch in Kroatien: Warb das Land zu Beginn der Urlaubssaison noch damit, nahezu Corona-frei zu sein, explodieren dort nun die Fallzahlen. Das Auswärtige Amt hat für zwei südliche Verwaltungsbezirke, die sogenannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien eine Reisewarnung ausgesprochen.

Österreich verlangt bei der Einreise von Slowenien, einem Nachbarland Kroatiens, aus, einen negativen Corona-Test oder das Ausfüllen spezieller Durchreise-Formulare an den Grenzen. Dadurch standen auch deutsche Urlauber am Wochenende teils mehr als zwölf Stunden im Stau: Ein Autofahrer berichtete, er sei am Samstag gegen 17.30 Uhr am Karawankentunnel in den Stau geraten und habe erst am Sonntag um 7.30 Uhr die Grenze passiert.

Auch in Italien steigen die Infektionszahlen

Auch in Italien breitet sich das Virus wieder stark aus. Am Sonntag wurden 1210 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Trotz des abrupten Anstiegs der Fallzahlen versicherte Gesundheitsminister Roberto Speranza, die Lage sei unter Kontrolle. Einen erneuten Lockdown für das ganze Land schloss er aus.

Bergamo

Italien, Nembro: Ein Mann trägt eine Mundschutzmaske und schaufelt auf einem Friedhof ein Grab. Die Provinz Bergamo wurde besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen.

Foto:

picture alliance/dpa

Kurios: In Bergamo, wo die Pandemie besonders heftig wütete, wurde jetzt zum ersten Mal seit Beginn der Krise keine einzige Neuinfektion registriert. Dafür schnellen die Zahlen in Sardinien, das anfangs kaum Fälle hatte, in den letzten Tagen besorgniserregend in die Höhe. Die Mittelmeerinsel ist eine der beliebtesten Destinationen in Italien.

Regional wieder Lockdown-Maßnahmen in Spanien

Rasant steigen auch die Zahlen in Spanien. Mehrere Regionen haben deshalb neue Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus angeordnet: So sind in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona Treffen von mehr als zehn Personen wieder verboten. „Die Lage ist nicht mehr stabil, sondern die Zahlen steigen ständig“, begründete Regionalpräsident Quim Torra die Anordnung. In der Hauptstadt Madrid forderten die Behörden die Menschen auf, alle nicht notwendigen sozialen Kontakte zu vermeiden. Auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca räumte die örtliche Regierung ein, dass es eine zweite Corona-Welle gebe. Das Virus breite sich wieder so schnell aus, dass eine Nachverfolgung von Kontakten schwierig sei.

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Insgesamt wurden in Spanien in den vergangenen Tagen jeweils weit mehr als 3000 neue Fälle registriert. Noch im Juni – kurz vor Ende des Corona-Notstands mit strengem Lockdown – hatte diese Zahl unter Hundert gelegen. Seit Anfang Juli steigt die Zahl aber wieder nahezu konstant. (mik/afp/dpa)

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