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  • Foto: AFP

„Kein Licht am Ende des Tunnels“: Italien: Militär fährt wieder viele Tote aus Stadt

Bergamo –

Kein Land in Europa ist derzeit so stark vom Coronavirus betroffen wie Italien. Bis zum 21. März 2020 wurden mehr als 47.000 Infizierte und 4.000 Tote festgestellt. Nach Einschätzung von Regierungschef Giueseppe Conte müsse die Ausgangssperre wegen der Pandemie über den 3. April verlängert werden (hier lesen Sie mehr).

Aufnahmen aus der am stärksten betroffenen Region, der Lombardei, zeigen die dramatischen Ausmaße in manchen Provinzen.

Bergamo: Krematorien der Stadt sind überfüllt

Zu sehen sind immer wieder Militärkonvois, bestehend aus bis zu 70 Fahrzeugen. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ beschreibt die Situation sehr passend als „Kriegstheaterbild“.

Der Grund für die lange Kolonne von Militärfahrzeugen verdeutlicht die schlimme Lage in der Lombardei: Die Wagen halten in der Nähe des Friedhofs von Bergamo, sammeln Särge aus dem Krematorium ein und verteilen diese auf verschiedene Städte in anderen Regionen.

In der Nacht zu Samstag mussten erneut 70 Särge weggebracht werden, damit sie in einer anderen Provinz verbrannt werden können.

Mehr 5100 Menschen in Bergamo mit Corona infiziert

Die Leichenhallen und Krematorien in Bergamo seien überfüllt und nicht mehr in der Lage, weitere Särge aufzunehmen, heißt es von den Behörden. Und das, obwohl die Einrichtungen 24 Stunden am Tag voll ausgelastet sind, berichtet „La Repubblica“.

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Ein richtiger Abschied von den Verstorbenen ist für viele Menschen nicht mehr möglich. Allein am Freitag sind fast 90 Menschen in Bergamo gestorben. Mehr als 5100 Menschen sind infiziert, und es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Bergamo: Noch kein Licht am Ende des Tunnels

„Wir hoffen, dass wir bald Licht am Ende des Tunnels sehen, bisher sehen wir es noch nicht“, sagte Bürgermeister Giorgio Gori. Strikte Ausgangssperren und andere Maßnahmen zeigten leider noch nicht ihren Effekt.

In der Gegend soll jetzt ein Feldkrankenhaus die Not der vollkommen überlasteten Kliniken lindern. (cho/mze/dpa)

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