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Opernball-Skandal: „Tagesschau“-Moderatorin macht Schluss, auch Schlager-Star wütend

Wien –

Das Chaos ist perfekt beim Semperopernball 2020: Nachdem die ursprüngliche Moderatorin Sylvie Meis ihr Engagement verloren hatte, weil sie im Vorfeld angeblich „zu freizügige Kleider“ getragen habe, hat nun Nachfolgerin Judith Rakers für eine Überraschung gesorgt.

Sie meldete sich am Mittwochabend auf Twitter. In ihrem Post nimmt die „Tagesschau“-Moderatorin kein Blatt vor den Mund und bezieht klare Stellung. Ihre Entscheidung, ihre Moderation beim abzusagen, führte sie auf die umstrittene Ehrung des Dresdner Semperopernballs für Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

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Judith Rakers über ihre Moderations-Absage beim Semperopernball

„Aus dem kulturellen Ereignis #Semperopernball ist durch die Verleihung des St.-Georg-Ordens an al-Sisi ein politisches geworden. Mich irritiert diese Verleihung sehr und ich bin seitdem in Gesprächen über die Konsequenzen, die ich als Moderatorin des Balls ziehen möchte“, schreibt Judith Rakers auf Twitter.

Später legte Rakers sogar noch einmal nach und twitterte: „Ich habe den Ballverein bereits am Montag um Auflösung des Moderations-Vertrages gebeten und warte noch immer auf Zustimmung.“

Semperopernball reagiert mit Statement

Zu welchen Auseinandersetzungen es im Hintergrund gekommen war, die ein solches Statement provoziert haben könnten, ist unklar. Das Ball-Presseteam reagierte jedoch inzwischen und schrieb am Mittwochabend. „Als Semperopernball respektieren wir den Wunsch von Judith Rakers. Wir haben in ihrer Rolle als Tagesschau-Sprecherin volles Verständnis dafür.“

Die Moderation scheint damit vom Tisch. Der Ball findet am 7. Februar statt. Ob noch eine weitere Nachfolge für Rakers gefunden werden soll, ist nicht bekannt.

Moderator Roland Kaiser ebenfalls wütend, aber…

Schlagersänger Roland Kaiser hat sich hingegen dazu entschieden, seine Moderation wie geplant zu machen. Kaiser und Rakers hätten eigentlich eine Ko-Moderation gehabt. Mit der Preisverleihung hat jedoch auch er seine Schwierigkeiten.

„Hätte ich vorab davon erfahren, hätte ich meine Teilnahme an der Veranstaltung nicht zugesagt.“ Er habe sich nun für die Moderation entschieden, um zu zeigen, „dass das Herz des Semperopernballs für Pluralismus, Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz, Freiheit und Demokratie schlägt“.

Sylvie Meis war Semperopernball „zu freizügig“

Die Veranstalter wollten mit der Vergabe der Moderation des Semperopernballs an Judith Rakers als seriöser Nachrichtenmoderatorin eigentlich auf Nummer sicher gehen.

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Sylvie Meis war dem Semperopernball „zu freizügig“ als Moderatorin.

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„Wir waren mit Sylvie Meis als Moderatorin eigentlich sehr zufrieden. Aber sie hat in diesem Jahr so tief ausgeschnittene Kleider getragen, dass das für unser konservatives Klientel zu freizügig war. Es gab sehr viel Kritik“, sagte Hans-Joachim Frey, Chef des Balls, damals im Gespräch mit der „Bild“.

Mit dieser Entwicklung hatte damals jedoch offenbar niemand gerechnet. (jv)

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