Nach einer heftigen Auseinandersetzung über das Wort „N...kuss“ wurde der Deutsch-Ghanaer Prince Ofori aus einer Aldi-Filiale geworfen. 
  • Nach einer heftigen Auseinandersetzung über das Wort „N...kuss“ wurde der Deutsch-Ghanaer Prince Ofori aus einer Aldi-Filiale geworfen. 
  • Foto: Instagram/ @prince.m.i.k

Nach rassistischem Vorfall: Aldi zieht Konsequenzen und feuert Mitarbeiter

Berlin-Neukölln –

Eskalation im Aldi-Markt: Nachdem ein deutsch-ghanaischer Kunde sich rassistisch beleidigt fühlte, hat das Unternehmen Konsequenzen gezogen und den beteiligten Mitarbeiter entlassen. Der Kunde hatte ein Video des Vorfalls auf Instagram gepostet. Der Fall schlug in den Sozialen Medien hohe Wellen.

Am Freitag hatte der dunkelhäutige Tanzpädagoge Prince Ofori ein Video gepostet, das ihn bei einer Auseinandersetzung in einem Aldi-Markt zeigt. Er diskutiert dort zunächst mit mehreren Kunden über die Verwendung des Wortes „N…kuss“. Bei der Diskussion trägt er keine Maske.

Anlass der Diskussion sei gewesen, dass ein älterer Herr mit Schokoküssen in der Hand seinen Sohn gefragt haben soll, „ob sie sich heute nicht „N….küsse“ gönnen sollten“. Der Mann habe zwei Mal nachgelegt mit ähnlichen Formulierungen, in denen das „N-Wort“ vorgekommen sei. Ofori habe ihn darauf hingewiesen, dass dieses Wort nicht mehr verwendet werden dürfe.

Nach rassistischem Angriff: Mitarbeiter schmeißt Opfer aus Aldi-Filiale 

An dem anschließenden Wortgefecht beteiligte sich auch der Filialleiter, der Prince Ofori schließlich aus dem Markt schmeißen ließ. Der Betroffene filmte alles mit: Auch die Diskussion mit dem Filialleiter an der Tür, der Ofori fragt, wo denn geschrieben stehe, dass man das Wort „N…küsse“ nicht mehr benutzen dürfe.

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Dieser Vorfall hat den Filialleiter nun seinen Job gekostet. „Die Ereignisse in unserem Markt in Berlin werden aufgearbeitet, um weitere Schlüsse daraus ziehen zu können“, erklärte Aldi auf Instagram. „Als ersten Schritt haben wir uns von dem im Video handelnden Mitarbeiter aufgrund seines Fehlverhaltens getrennt.“

Prince Ofori fordert Konsequenzen nach rassistischem Angriff in Aldi-Filiale

Zudem habe man Prince Ofori kontaktiert, sich bei ihm entschuldigt und ihn gebeten, persönlich mit ihm über den Vorfall sprechen zu dürfen, so Aldi Nord. Das Unternehmen werde „Rassismus nicht tolerieren – weder aus den eigenen Reihen noch in der Gesellschaft“.

Prince Ofori, dessen Video auf Instagram mittlerweile mehr als 6 Millionen Mal angeschaut wurde, reicht das jedoch nicht aus: Er fordert sowohl eine „Entschädigung“ für den Vorfall, als auch ein „bundesweites Anti-Rassimus- und Diskriminierungstraining“ für alle Aldi-Mitarbeiter in Deutschland.

Ofori ist Tanzpädagoge in Berlin-Neukölln und nach eigener Aussage Mitbegründer des Schwarzen Künstlerkollektivs M.I.K. Family und Vorsitzender des Kulturvereins MINCE. Bei Instagram postet er unter dem Namen „prince.m.i.k“, er hat dort knapp 18.000 Follower. (prei/dpa)

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