Große Schiffe, kleine Stadt: Ein Kreuzfahrtschiff fährt am Markusplatz in Venedig vorbei.
  • Große Schiffe, kleine Stadt: Ein Kreuzfahrtschiff fährt am Markusplatz in Venedig vorbei.
  • Foto: dpa/AP

Nach langem Ringen: Endlich! Regierung verbannt Kreuzfahrtschiffe aus Venedig

Rom/Venedig –

Riesige Kreuzfahrtschiffe und tonnenschwere Frachter in der zerbrechlichen Miniatur-Stadt – ein jahrelanger Wahnsinn findet nun bald sein Ende: Die italienische Regierung hat grünes Licht für die Pläne zur Verbannung von Kreuzfahrtschiffen aus der Nähe der Altstadt Venedigs gegeben. Seit Jahren wurde in Venedig über die Kreuzfahrtriesen – und die damit verbundene Belastung für die Unesco-Stadt – gestritten. Nun hat der Schutz der Lagunenstadt über den Massentourismus gesiegt. 

Für große Passagierschiffe und Containerriesen sollten Vorschläge und Projekte für den Bau von Liegeplätzen in einiger Entfernung von den historischen Stätten gesucht werden, teilte das Kabinett in Rom am Mittwochabend nach einer Sitzung mit.

Das entsprechende Dekret sehe vor, dass große Schiffe außerhalb der Lagune anlegen müssen, teilte Kulturminister Dario Franceschini mit. Damit würden auch Forderungen der UN-Kulturorganisation Unesco erfüllt. Die Unesco drohte Italien zwischenzeitlich schon damit, Venedig den Status „Weltkulturerbe“ zu entziehen – wenn die Giganten nicht endlich verschwinden würden. 

Venedig: Es kam immer wieder zu Unfällen mit Kreuzfahrtschiffen

Die Pläne für neue Ankerplätze für Kreuzfahrer waren vor kurzem bereits von mehreren Ministern vorgestellt worden. Seit Jahren wird in Venedig über die Kreuzfahrtschiffe gestritten. Dabei ging es nicht nur um ästhetische Aspekte: Kritiker bemängeln, dass sie Umwelt und Bausubstanz der Stadt zerstörten. Zuletzt war es immer wieder zu Unfällen von den weißen Riesen in Venedig gekommen. 

Venedig: Luft-Verpestung durch Kreuzfahrtschiffe 

Nicht nur die Abluft der Kähne verpestete die Lagune, auch verdrängten die Schiffe so viel Wasser, dass die beschleunigten Strömungen dann an den Häusern auf den Stelzen zerrten. Der Großteil von Venedig steht auf Stelzen und Holzpfählen im Wasser. 

Das hier könnte Sie auch interessieren:400 Millionen für Aida: „Für Kleinunternehmen kein Geld – aber für Klimasünder!“

„Es ist eine faire Entscheidung, auf die seit Jahren gewartet wird“, urteilte der Minister zu der Entscheidung. Offenbar hat auch die Corona-Pandemie und das Ausbleiben des Tourismus‘, das Venedig besonders hart traf, die Überzeugung verstärkt,  dass Venedig ohne die weißen Riesen deutlich besser dran ist. (alp/dpa)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp