Rauch vor dem Sitz der nationalen Polizei in Barcelona während der Proteste gegen die Festnahme von Rapper Hasél.
  • Rauch vor dem Sitz der nationalen Polizei in Barcelona während der Proteste gegen die Festnahme von Rapper Hasél.
  • Foto: dpa/SOPA Images via ZUMA Wire

Nach Festnahme von Rapper: Brennende Barrikaden: Weiter Ausschreitungen in Spanien

Barcelona –

Die Krawalle enden einfach nicht: Schon die vierte Nacht in Folge hat es in mehreren Städten Spaniens am Freitagabend gewalttätige Proteste gegen die Inhaftierung des Rappers Pablo Hasél gegeben. In Barcelona brannten Barrikaden, mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Der 32-jährige Rapper, der mit bürgerlichem Namen Pablo Rivadulla Duró heißt, war am Dienstag festgenommen worden, nachdem er sich geweigert hatte, eine neunmonatige Haftstrafe anzutreten. Der Musiker war zuvor wegen Beleidigung des Königshauses und wegen Verherrlichung von Gewalt verurteilt worden.

Proteste in Katalonien: Vier Demonstranten festgenommen

Proteste gab es am Freitag vor allem in der katalanischen Hauptstadt Barcelona sowie in anderen Städten dieser Region im Nordosten Spaniens, in der Hasél geboren wurde. Hunderte Demonstranten schoben im Zentrum von Barcelona erneut Müllcontainer zu Barrikaden zusammen und setzten sie in Brand.

Demonstranten am 19. Februar in Barcelona.

Demonstranten am 19. Februar in Barcelona.

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dpa/AP

Sie plünderten nach Medienberichten auch einige Geschäfte. Zudem wurden die Polizisten mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen beworfen. Die Beamten gingen mit ihren Schlagstöcken mehrfach gegen die Kundgebungsteilnehmer vor.

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In Barcelona seien vier Demonstranten festgenommen worden, in Girona weitere zwei, berichtete der TV-Sender RTVE unter Berufung auf die katalanischen Behörden. Die Proteste gingen bis kurz vor Mitternacht.

Rapper Hasél: Meinungsfreiheit oder Monarchiebeleidigung?

Zwei Demonstranten in der Universität von Barcelona

Zwei Demonstranten in der Universität von Barcelona mit einer katalanischen Unabhängigkeitsflagge und Bannern.

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dpa/EUROPA PRESS

In der Debatte über die umstrittene Verurteilung des Rappers hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez zuvor am Freitag Defizite eingeräumt. Die spanische Demokratie habe die „anstehende Aufgabe, die freie Meinungsäußerung zu erweitern und zu verbessern“, sagte der sozialistische Politiker in Mérida. Zugleich kritisierte er die gewalttätigen Proteste: „In einer vollständigen Demokratie wie der spanischen ist Gewalt inakzeptabel.“ (dpa/ncd)

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