Dieses Standbild eines Videos zeigt Ted Cruz am Cancun International Airport. 
  • Dieses Standbild eines Videos zeigt Ted Cruz am Cancun International Airport. 
  • Foto: Dan Christian Rojas/AP/dpa

Mitten in der Kälte-Krise: US-Senator fliegt nach Mexiko – seine Landsleute frieren

Washington –

Inmitten der Winterwetter-Krise in seinem Heimatstaat Texas hat US-Senator Ted Cruz einen Urlaubstrip an die mexikanische Karibikküste gemacht. Viele Texaner werfen ihm vor, sie ihn größter Not im Stich gelassen zu haben. Jetzt zeigt sich Cruz reumütig. Bereits bei der Hinreise seien ihm im Flugzeug Zweifel gekommen.

„Es war offensichtlich ein Fehler, und im Nachhinein hätte ich es nicht getan“, sagte der 50-jährige Republikaner am Donnerstag (Ortszeit) nach seiner Rückkehr nach Texas. „Ich kann verstehen, warum die Menschen verärgert sind“, ergänzte er vor Reportern.

Urlaubstrip in den Badeort Cancún

Cruz, dem Ambitionen für die Präsidentschaftswahl 2024 nachgesagt werden, war am Mittwoch mit seiner Familie in den Badeort Cancún gereist. Fotos des Senators am Flughafen wurden in den sozialen Medien mit empörten Kommentaren bedacht – ihm wurde vorgeworfen, die Menschen und Wähler in seinem Heimatbundesstaat inmitten großer Not alleine zu lassen, um sich selbst am Strand in der Sonne zu amüsieren.

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Die Demokraten in Texas riefen Cruz per Tweet zum Rücktritt auf. Der Bundesstaat hat seit Tagen mit einem verheerenden Wintereinbruch zu kämpfen. Zeitweise waren Millionen Haushalte in dem Staat ohne Strom, hinzu kamen Probleme bei der Wasserversorgung. Seine Familie selbst habe zwei Tage lang keinen Strom und keine Heizung gehabt, sagte Cruz.

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Houston: Demonstranten stehen vor dem Haus von Texas-Senator Ted Cruz und fordern seinen Rücktritt. 

Foto:

Marie D. De Jesús/Houston Chron

Der einflussreiche Senator rechtfertigte seine Reise laut US-Medien als väterliche Pflicht. Da der Schulunterricht gestrichen worden sei, hätten seine Töchter einen Trip mit Freunden machen wollen. In seinem Bemühen, „ein guter Vater“ zu sein, sei er am Mittwoch mit ihnen weggeflogen und wolle noch im Laufe des Donnerstags nach Texas zurückkehren, wurde eine Stellungnahme des 50-Jährigen zitiert.

Senator Cruz wollte per Videoschalte arbeiten

Später räumte er ein, dass er ursprünglich das Wochenende mit seiner Familie in Cancún bleiben und von dort per Telefon und Videoschalte arbeiten wollte. Dann sei ihm aber klar geworden: „Ich musste hier (in Texas) sein und deshalb bin ich zurückgekommen.“ Cruz war 2016 als Präsidentschaftsbewerber seiner Partei angetreten, später tat er sich als loyaler Verbündeter des – inzwischen abgewählten – Präsidenten Donald Trump hervor. (wb/dpa)

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