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Mehr Weiblichkeit: Nagellack beim US-Militär? Warum das plötzlich geht

Washington –

Die Waffe im Anschlag, der rotlackierte Fingernagel auf dem Auslöser – das wird es weiterhin nur in Filmen geben. Doch: Die US-Armee hat die strengen Vorschriften, wie Soldatinnen aussehen müssen, gelockert. Die Frauen haben nun etwas mehr Freiraum – und dürfen sich weiblicher zeigen.

Die Soldatinnen der US-Armee dürfen künftig Pferdeschwänze, Nagellack, Lippenstift und Ohrringe tragen. Das Pentagon gab am Dienstag die Lockerung der strengen Vorschriften für die äußere Erscheinung der weiblichen Militärs bekannt.

Washington: Soldatinnen dürfen weiblicher aussehen

Bislang durften Soldatinnen ihre Haare nur in einem strengen Knoten tragen. Wie „t-online“ berichtete, führte dieser zu regelmäßigen Schmerzen und Klagen bei den Frauen der US-Armee – der Dutt drücke unter dem Helm unangenehm auf die Kopfhaut. 

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Nach den neuen Regeln dürfen die Frauen ihr Haar künftig lang tragen, es muss jedoch bei physischen Trainingseinheiten zusammengebunden werden – ob als Dutt, als Pferdeschwanz oder geflochten ist nun den Soldatinnen überlassen. 

Auch Lippenstift und Nagellack sind nicht mehr verboten. Jedoch gehen die Lockerungsübungen des US-Militärs nicht soweit, dass jede Farbe erlaubt ist. Extreme Farbtöne bleiben untersagt – dazu gehören Blau, Schwarz, Violett oder Knallrot. Für die Haarfarbe gilt ebenfalls: Nichts Farbenfrohes. 

Lockerungen im Rahmen einer Untersuchung von Diskriminierung

Die Lockerung der Regeln für Soldatinnen sind das Ergebnis einer Prüfung, die der frühere Verteidigungsminister Mark Esper im vergangenen Jahr angeordnet hatte. Die Prüfung war Teil einer umfassenden Untersuchung zu Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten in der Armee der USA.

Sergeant Michael Grinston ist mit den Änderungen betraut. Er sagte dem Nachrichtenportal „Stars und Stripes“, dass der Grund für die Lockerungen die Rückmeldung von Soldaten und Soldatinnen seien. Es habe viele Probleme mit den alten Vorschriften gegeben. „Es geht darum, unseren Soldaten zuzuhören und herauszufinden, wie wir ihre Wünsche in der Armee umsetzen können“, so Grinston. „Sie haben gesprochen, wir haben zugehört und ich denke, wir durchlaufen einen wirklich guten Prozess“. Er sei „wirklich aufgeregt“ über die Lockerungen. (vd)

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