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Meck-Pomms Innenminister: Hat Caffier eine Waffe bei einem Rechtsextremen gekauft?

Schwerin –

Heikle Verdachtsmomente gegen Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU): Auf einer Pressekonferenz zum Thema Extremismus wich er der Frage einer Journalistin aus, ob er selbst eine Waffe bei einem bekannten Rechtsextremem gekauft habe. Das sei Privatsache, erklärte der Minister nur. Caffiers Verhalten wirft Fragen auf. Einem Medienbericht zufolge könnte er in einem regelrechten Sumpf stecken.

„Herr Caffier, haben Sie als Privatperson eine Waffe bei oder über das ehemalige Nordkreuz-Mitglied Frank T. (…) gekauft beziehungsweise haben Sie bei ihm ein Schießtraining absolviert?“, fragte eine Journalistin der „taz“ Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Einfache Frage, eine ehrliche Antwort schien dem 65-Jährigen jedoch nicht so leicht zu fallen: „Das bleibt Privatbereich. Dazu gibt es an dieser Stelle keine Äußerung“, erklärte er ausweichend. Die Journalistin fragte noch einmal nach, Caffier erneut: „Das bleibt Privatbereich. Auch in Zukunft.“

Video zeigt Ausschnitt der Pressekonferenz

Die Journalistin könne sich gern „privat“ schriftlich an ihn wenden, so Caffier weiter. Das hat die Journalistin offenbar in der Vergangenheit schon getan – mehrfach.

Ein Video der Pressekonferenz zeigt den Ablauf der Befragung:

Hat Lorenz Caffier eine Waffe bei einem Rechtsextremen gekauft?

Hintergrund der Frage der Journalistin sind etwaige Verbindungen Caffiers zur rechtsextremen Gruppierung Nordkreuz. Hinter dem Namen verbirgt sich laut Einschätzung der „taz“ „der größte Rechtsextremismus-Skandal Mecklenburg-Vorpommerns, seine Bedeutung reicht weit über die Landesgrenzen hinaus.“ Die Mitglieder der Gruppe verstehen sich als sogenannte Prepper, die sich auf einen Tag X vorbereiten. 

Die „taz“, die monatelang in der Szene recherchiert hat, beschreibt sie so: „Manche von ihnen bauten sich Bunker in den Garten, andere legten Munitionsverstecke an. Wieder andere bestellten Leichensäcke. Zwei Mitglieder der Gruppe, darunter ein Kriminalpolizist, sollen Feindeslisten mit Privatdaten politischer Gegner angelegt haben, um sie an jenem Tag X töten zu können. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt wegen rechtsextremen Terrorismus.“

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Besagter Frank T., zu dem Innenminister Caffier nun befragt wurde, war nicht nur bis 2017 Mitglied bei Nordkreuz, er ist auch Inhaber des Schießplatzes, auf dem Spezialeinheiten der Landespolizei trainierten, darunter auch Beamte beziehungsweise Ex-Beamte, die mittlerweile dem Nordkreuz zugeordnet werden. Auch Caffier selbst soll regelmäßig bei Schießveranstaltungen vorbeigeschaut haben. 

Laut „Ostsee-Zeitung“ bewerteten Gutachter die Zusammenarbeit kürzlich sehr kritisch: Demnach seien Vergabe- und Waffenrechte nicht ausreichend beachtet worden. Laut „taz“ wurden Frank T. und sein Schießplatz 2019 durchsucht, die Zusammenarbeit mit dem Innenministerium Meck-Pomms daraufhin eingestellt.

Caffier weicht Frage erneut aus

Caffier und sein Ministerium sollen die Dimensionen und Gefahr durch Nordkreuz laut „taz“ stets heruntergespielt haben. Weil der Innenminister selbst in den Sumpf verstrickt ist? 

Die „Ostsee-Zeitung“ hakte nun noch einmal bei Caffier, der zudem Jäger ist, nach: Hat der Innenminister nun eine Privatwaffe bei Frank T. gekauft oder nicht? Caffiers Antwort: „Ich habe weder eine dienstliche Waffe erhalten, noch habe ich eine dienstliche Schießausbildung erhalten.“ Mehr gehe die Öffentlichkeit nichts an.

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