Blick auf Österreichs Hauptstadt Wien.
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Mann verklagt Österreich: „Wegen des Klimawandels sitze ich im Rollstuhl!“

Wien –

Wegen Hitze im Rollstuhl? Ein Mann aus Österreich zieht mit einem kuriosen Vorwurf vor den Europäischen Gerichtshof. Der Klimawandel soll schuld sein an seinem schlechten Gesundheitszustand.

Eine aktuelle Studie zeigt: Tatsächlich wird es immer heißer auf unserem Planeten. Eine beunruhigende Entwicklung.Ein Österreicher will die schädliche Wirkung der Erderwärmung auf Menschen mit Multipler Sklerose vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof (EGMR) bringen.

Der Mann, der sich Mex M. nennt, sagt, dass er an einer temperaturabhängigen Form der Nervenkrankheit leide. Wegen des sogenannten Uhthoff-Phänomens sei er ab 25 Grad auf den Rollstuhl angewiesen. M. will vor dem Straßburger Gericht gegen Österreich vorgehen, weil sein Land keine Möglichkeit biete, das Recht auf Gesundheit im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen einzuklagen.

„Fridays for Future“ unterstützt die Klage

Unterstützt wird er von der Klimabewegung „Fridays for Future“ (FFF).Die Klage soll im April eingereicht werden. M. stehe für Millionen Menschen, deren Grundrechte von der Klimakrise betroffen seien, wurde seine Anwältin Michaela Krömer gestern in einer FFF-Mitteilung zitiert. „Ich bin jetzt schon von der Klimakrise betroffen und in Zukunft noch viel stärker“, sagte der 40-Jährige. „Ich bin nicht gerne hilflos  und noch weniger gerne rechtlos.“

Laut der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft erleben viele Erkrankte bei Hitze vorübergehende Schwäche, Sehprobleme oder sogar Lähmungen.

Die globale Erderwärmung geht rapide voran

Das könnte künftig noch schlimmer werden: Europäische Unternehmen steuern mit ihren derzeitigen Emissionen bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine globale Erderwärmung von 2,7 Grad zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse, die das Carbon Disclosure Project (CDP) mit Sitz in London gestern veröffentlichte. Die gemeinnützige Organisation sammelt mit standardisierten Abfragen Daten und Ziele von Unternehmen über ihre Klimaschutz-Anstrengungen und rechnet auch indirekt verursachte Emissionen ein.

„Der europäische Unternehmenssektor läuft heiß. Von den aktuellen Ambitionen ausgehend  ist er auf einem 2,7-Grad-Pfad der Erderwärmung – mehr als ein Grad mehr, als wir nach Ansicht der Klimawissenschaft erreichen dürfen, um die katastrophalsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden“, sagte der Exekutivdirektor der Organisation, Maxfield Weiss.

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In der Analyse lässt sich erkennen, dass Unternehmen in Schweden, Dänemark und der Schweiz mit einem Unter-Zwei-Grad-Pfad noch am besten dastehen, während Firmen in Großbritannien, Belgien und Italien mit ihren Emissionen sogar zu drei Grad Erwärmung bis 2100 führen würden. FFF und Experten warnen jedoch: Unsere Lebensgrundlage wird irreversibel zerstört, wenn sich die Erde um mehr als 1,5 Grad erhitzt.     (mik/dpa)

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