„Babylon-Berlin“-Schauspieler Volker Bruch findet die „Querdenker“ offenbar gar nicht so schlecht.
  • „Babylon-Berlin“-Schauspieler Volker Bruch findet die „Querdenker“ offenbar gar nicht so schlecht.
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Keine Einsicht nach #allesdichtmachen: Serien-Star will in „Querdenker“-Partei

Berlin –

Nach dem Kritik-Tsunami, der über die 53 Schauspieler:innen nach der Video-Aktion #allesdichtmachen hereinbrach, ruderten die meisten von ihnen zurück. Sympathien für „Querdenker“? Wir doch nicht. Aber: Es gibt offenbar doch Verbindungen ins „Querdenker“-Milieu: „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch, der an der Aktion beteiligt war, hat offenbar einen Mitgliedsantrag bei der „Querdenker“-Partei „Die Basis“ gestellt.

„Ich will wieder mehr Angst haben – aber ich merke, wie meine Angst nachlässt. Ohne Angst habe ich Angst. Deswegen appelliere ich an die Regierung: ,Macht uns wieder mehr Angst.‘“ Eine Minute lang faselt Bruch in seinem #allesdichtmachen-Video mit ironisch-sarkastischem Unterton von der Angst – und trifft damit wie der Rest seiner Mitstreiter bei dieser Aktion mitten in der Pandemie den falschen Ton. 

#allesdichtmachen: Volker Bruch will Mitglied in „Querdenker“-Partei werden

Doch wirklich Angst macht auch die Nachricht, dass der Schauspieler des Serien-Hits „Babylon Berlin“ einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Protestpartei „Die Basis“ gestellt hat. Dies bestätigte der Medienbeauftragte der Partei dem „Spiegel“. Seine Parteimitgliedschaft sei noch nicht final, er müsse noch abschließend identifiziert werden, hieß es. Zuvor hatte das Rechercheportal „Netzpolitik.org“ über Bruchs Partei-Ambitionen berichtet. 

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Und offenbar ist der Antrag bei „Die Basis“ der nächste logische Schritt für den Schauspieler. So soll der 41-Jährige laut „Spiegel“ schon am Set der vierten „Babylon Berlin“-Staffel auf das Tragen einer Maske gepfiffen haben, daraufhin musste offenbar das gesamte Hygienekonzept der Produktion angepasst werden. Außerdem: Mitarbeiter des TV-Sets berichteten, dass der 41-Jährige auch bei Feiern gegen Alkohol- und Abstandsverbote verstoßen hatte. 

Verbindungen von #allesdichtmachen in die „Querdenker“-Szene

Bruch und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Miriam Stein, unterstützen zudem die Initiative „Stimmen unserer Mitglieder“, die durch ein den Holocaust verharmlosendes Statement auf ihrer Homepage auffiel.  

Doch was will die Partei eigentlich, der Volker Bruch beitreten will? „Die Basis“ ist im vergangenen Jahr aus der offenbar bereits nicht mehr existierenden Protestpartei „Widerstand 2020“ hervorgegangen. Die Kleinpartei hat vorrangig den Corona-Schutzmaßnahmen den Kampf angesagt, spielt bisher aber bundesweit noch keine relevante Rolle. 

Doch der Serien-Star ist nicht der Einzige, der in unserem Land offensichtlich mit Corona-Leugnern sympathisiert, auch #allesdichtmachen-Initiator und „Tatort“-Regisseur Dietrich Brüggemann ist kein unbeschriebenes Blatt, was Verschwörungsideologien angeht. Auf Twitter und auf seinem Blog verkündete er seine Unterstützung für die „Freie Linke“ – eine Gruppierung, die gemeinsam mit „Querdenkern“ demonstrieren geht. Laut „Tagesspiegel“ äußern sich die Mitglieder der „Freien Linken“ teilweise antisemitisch.

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Darüber hinaus produzierte der Regisseur unter dem Decknamen „Noisy Nancy“ einen Song, der nur allzu gern auf „Querdenken“-Demos gespielt wird, wie der „Volksverpetzer“ berichtet.

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