• Seit Sonntag (5. April) wird weder in der neuen Fabrik in Hidalgo noch in den anderen sieben Produktionsstandorten von Grupo Modelo in Mexiko Corona gebraut. Die Regierung stufte den Weiterbetrieb der Brauerei nicht als unerlässlich ein, wie der Konzern mitteilte.
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Kein Corona mehr: Brauerei stellt das Brauen ihres Kultbiers ein

Mexiko-Stadt –

Es ist gerade mal ein Jahr her, da feierte Cassiano de Stefano die Einweihung einer neuen hochmodernen Brauerei im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo. Eine Fertigung mit neuster Technologie und einem Labor, um Proteine und Schwebstoffe in den Bieren zu messen.

Corona-Fabrik braute bis zu 24 Millionen Hektoliter

Bis zu 24 Millionen Hektoliter werde die Fabrik brauen können, schwärmte der Chef der Brauerei Grupo Modelo damals. Da stand der Brasilianer gerade mal etwas mehr als ein Jahr an der Spitze des wichtigsten mexikanischen Braukonzerns. Und er war genauso wie seine Firma auf Erfolg und Wachstum ausgerichtet. Schließlich verkaufte sich das beste Produkt der breiten Palette in der ganzen Welt immer besser: Corono Extra. Aber dann kam das gleichnamige Virus in die Welt.

Und so wird seit Sonntag (5. April) weder in der neuen Fabrik in Hidalgo noch in den anderen sieben Produktionsstandorten von Grupo Modelo in Mexiko gebraut. Die Regierung stufte den Weiterbetrieb der Brauerei nicht als unerlässlich ein, wie der Konzern mitteilte.

Hier lesen Sie mehr: Alle Infos zur Corona-Krise im Ticker

Mexiko hatte vergangene Woche angeordnet, alle nicht notwendigen Industrien bis zum 30. April zu schließen. Also wurde die Produktion von Corona und den anderen Marken der Gruppe allmählich heruntergefahren.

Witzeleien mit der Biermarke Corona an der Tagesordnung

Von Hundert auf null – die erfolgreiche Brauerei, die seit 2013 ganz dem Giganten Anheuser-Busch InBev gehört, trifft die Pandemie sehr hart. Und nicht ganz unschuldig daran ist das erfolgreichste Produkt des Unternehmens, das leichte und kultige Corona-Bier, das nicht nur in Mexiko, sondern auch in den USA und Europa äußert beliebt ist.

Aber in den umwälzenden Zeiten einer globalen Massenerkrankung ist es ein Ding der Unmöglichkeit, ein Produkt zu verkaufen, das den Namen eines Virus trägt, das vermutlich Millionen Menschen in der Welt das Leben kosten wird.

Und so werden die Furchen auf der Stirn von CEO De Stefano jeden Tag etwas tiefer. Denn schon als die Pandemie noch eine Epidemie war, waren die Fans des Biers sehr verwirrt. Suchanfragen, welche die Wörter Corona, Bier und Virus verbanden, stiegen seit Januar exponentiell an. Und Spots und Witzeleien mit der Biermarke in den sozialen Netzwerken sind seitdem an der Tagesordnung.

Corona startete Werbe-Kampagne mit Snoop Dog

Verstörend wirkte da auch, dass Corona in den USA noch Anfang vergangenen Monats eine Werbe-Kampagne für neue Produkte startete und dafür unter anderem den Rapper Snoop Dog gewann. Motto: „La Vida más Fina“, zu deutsch: „Das feinste Leben“. Und zudem wurde „die unmittelbare Ankunft“ des neuen „Corona-Produkts“ beworben. Und das in Zeiten, in denen das Virus schon weltweit auf dem Vormarsch war. (RND)

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