Daumen hoch: Die 99-jährige Mary Heaword ist glücklich, nachdem sie in einem britischen Impfzentrum eine Corona-Impfung erhalten hat.
  • Daumen hoch: Die 99-jährige Mary Heaword ist glücklich, nachdem sie in einem britischen Impfzentrum eine Corona-Impfung erhalten hat.
  • Foto: picture alliance/dpa/PA Wire

Kampf gegen Corona: Erstes Land in Europa könnte heute Herdenimmunität erreichen

London –

Paukenschlag in Sachen Pandemie: In Großbritannien könnte bereits heute eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus erreicht werden. Das berichtet der „Telegraph“ unter Berufung auf ein Modell des University College London.

Gut 32 Millionen Briten haben bereits ihre erste Schutzimpfung erhalten, knapp sieben Millionen auch die zweite. Mit einer Impfquote von 46,7 Prozent liegen die Briten laut „Our World in Data“ weltweit auf Platz zwei. Dem Modell der Uni zufolge bedeutet dies, dass heute fast drei Viertel der Briten (73,4 Prozent) entweder geimpft sind oder eine Infektion überstanden haben, sodass sie immun gegen das Virus sind.

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Weltweit hat Großbritannien die zweithöchste Impfquote. 

Foto:

dpa/PA Wire

Die Forscher schlussfolgern daraus Herdenimmunität und somit das Erreichen des großen Ziels der Impfkampagne. Denn Impfungen schützen nicht nur Geimpfte, sondern auch ungeimpfte Kontaktpersonen – und helfen so, Ausbrüche zu begrenzen oder sogar zu verhindern.

University College London: Fast drei Viertel der Briten geimpft

Das Modell ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Denn während man laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) bisher davon ausging, dass eine Herdenimmunität gegen Corona bereits bei einer Impfquote von 60 bis 70 Prozent erreicht werden kann, gibt es daran wegen des Auftretens neuer, hochansteckender Virus-Mutationen wie der britischen Variante B.1.1.7 nun Zweifel.

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Laut vfa gehen Wissenschaftler „momentan davon aus, dass für eine Herdenimmunität eher eine Durchimpfungsrate von 80 bis 85 Prozent benötigt wird.“ Unklar ist zudem, wie lange die durch Infektion oder Impfung aufgebauten Antikörper halten.

Corona-Lockerungen sind umstritten

Vor diesem Hintergrund sind die für heute vorgesehenen Corona-Lockerungen im Landesteil England umstritten. So sollen zum Beispiel die Außengastronomie, viele Einzelhändel, Fitnessstudios, Friseure, Zoos, Bibliotheken und Gemeindezentren wieder öffnen. Auch Hochzeitsfeiern mit bis zu 15 Personen sollen wieder stattfinden dürfen. Ab dem 17. Mai ist dann die Öffnung der Innengastronomie geplant.

Premierminister Boris Johnson erklärte bereits am Ostermontag, er werde am 12. April „in einen Pub gehen und vorsichtig, aber unwiderruflich, ein Bier an meine Lippen führen.“ (prei)

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