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Kampagne im Netz: Firma zeigt nackte Frauenbrüste, um traurigem Trend entgegenzuwirken

Köln –

Obwohl Frauen und Männer auf dem Papier gleichberechtigt sind, gibt in Wirklichkeit noch große Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern.

Das findet zumindest die Firma „The Female Company“, die sich seit der Gründung aktiv dafür einsetzt, schambesetzte Themen zu enttabuisieren und sich für Gleichberechtigung und Feminismus stark zu machen.

Firma „The Female Company“ setzt sich für Gleichberechtigung ein

Eigentlich verkauft das Start-up Perioden-Produkte. Im Netz fällt das Team aber immer wieder durch provokante Kampagnen auf, die bestimmte Ungerechtigkeiten aufdecken und Diskussionen anregen sollen.

Auch mit der neuesten Idee lösen die Gründerinnen der Firma reichlich Diskussionen im Netz aus: Das Team postet nackte Frauenbrüste im Netz – obwohl Fotos weiblicher Nippel laut den offiziellen Instagram-Regeln ja eigentlich tabu sind.

Genau diese Regeln kritisiert das Start-up mit der neuen Kampagne: „Instagram wimmelt nur so von Bildern oberkörperfreier Männer – was wir jedoch nie zu sehen kriegen: oberkörperfreie Frauen. Zumindest nicht ohne Nippelbedeckung. Denn: Weibliche Brüste verstoßen gegen die Community-Richtlinien und werden zensiert“. so das Team der „Female Company“.

„The Female Company“: Viele Frauen unzufrieden mit eigenen Brüsten

Das Problem an der Sache: Aufgrund der fehlenden Brüste-Bilder bekämen Frauen immer nur eine bestimmte, retuschierte Form von Brüsten im Netz und in der Werbung zu sehen.

„Kein Wunder, dass 71 Prozent der Frauen weltweit mit ihren Brüsten unzufrieden sind. Wie soll man etwas lieben, was man nie zu sehen bekommt?“, resümiert das Team.

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Um diesem falschen Schönheitsideal vieler Frauen entgegenzuwirken, habe man insgesamt 17 Frauen mit ganz unterschiedlichen Brüsten fotografiert. Diese Fotos wolle man in den kommenden Tagen bei Instagram posten.

„The Female Company“ will mit Oben-ohne-Kampagne alle Brüste feiern

„Wir sind HIN UND WEG. Von den Fotos, den Models und ihren tollen, unterschiedlichen Boobs (Anm. d. Red.: Englisch für ,Brüste‘). Denn mal ehrlich: Egal ob A, C, Doppel D, amputiert, operiert oder noch nicht vorhanden – alle Boobs sollten gefeiert werden“, erklärt das Team.

Das Team hat sich sogar eine pfiffige Methode ausgedacht, um der Nippel-Zensur auf Instagram zu entgehen: Künstlerische Farb- und Formelemente verdecken die Nippel der Frauen, während der Rest ihrer Brust komplett zu sehen ist.

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Um ihre Kampagne zusätzlich zu unterstützen, hat das Team sogar Brüste-T-Shirts entworfen. Diese sind aus Baumwolle und können in allen Größen bestellt werden.

Mit der Oben-ohne-Aktion macht „The Female Company“ nicht zum ersten Mal auf sich aufmerksam: Vor zwei Jahren fiel das Start-up mit einer Petition gegen die Luxussteuer auf Periodenprodukte auf.

„The Female Company“ sorgte für Steuersenkung auf Periodenprodukte

Tampons, Binden und Co. waren bis dato noch mit 19 Prozent besteuert worden und galten offiziell als „Luxusartikel“.

Die Gründerinnen der „Female Company“ empörte diese Regel: Warum soll ein Tampon als Luxusartikel gelten, wenn es für Frauen nun einmal schlichtweg notwendig ist?

Gemeinsam mit dem Neon-Magazin sammelten sie Unterschriften – insgesamt kamen 81.000 Autogramme zusammen – und reichten die Petition 2019 im Bundestag ein, wie „W&V“ berichtet.

Mit Erfolg: Im Dezember 2019 trat die neue Mehrwertsteuerregelung in Deutschland schließlich in Kraft, nun ohne Tampon-Luxussteuer. Ein großer Erfolg für alle Frauen, die auf Periodenprodukte angewiesen sind und diese nun deutlich günstiger erwerben können. (ta)

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