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  • Foto: Köln Bonn Airport

Infektionsgefahr beim Fliegen: Nach dem Check-In wird der Mindestabstand zur Utopie…

Köln –

Deutschland steht still. Fast nichts geht mehr. Auch der Flugverkehr wurde wegen der Verbreitung des Coronavirus bis auf ein Minimum reduziert.

Fast logischer Effekt: Da wo doch noch Flieger abheben, sind diese rappelvoll. Von wegen „social distancing“. Die Passagiere sitzen dicht an dicht, knubbeln sich in den Gängen beim Rausholen des Handgepäcks – solche Bilder zeigte zum Beispiel das ZDF im „heute-journal“.

Na herzlichen Glückwunsch, denkt sich da, wer brav daheim auf der Couch sitzt und sich an die Regeln hält. Und fragt sich so, ob die Airlines wenigstens alles derzeit Mögliche unternehmen, um die Infektionsgefahr halbwegs zu reduzieren.

Coronavirus JFK Airport Flughafen

So sah es noch am Dienstag in New York aus: Passagiere tragen Gesichtsmasken, während sie am JFK-Flughafen beim Einchecken Schlange stehen.

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dpa

Eurowings: „Dies ist für die Aufrechterhaltung des Flugverkehres unabdingbar“

„Da das Flugangebot bereits soweit reduziert worden ist, stellen wir fest, dass die wenigen aktuell noch angebotenen Verbindungen entgegen der landläufigen Meinung tatsächlich ordentlich voll sind, schlicht weil nicht mehr Angebot im Markt ist“, bestätigt Eurowings auf Nachfrage die hohe Auslastung der verbliebenen Strecken.

Aber wie sieht es dann mit dem derzeit dringend empfohlenen Mindestabstand aus? Zwei oder selbst 1,5 Meter sind da wohl reine Utopie?

Das Abstandsgebot gelte nicht für „Zusammenkünfte von Personen, die aus geschäftlichen, beruflichen, dienstlichen oder betreuungsrelevanten Gründen unmittelbar zusammenarbeiten müssen“, erklärt die Airline. Zudem gehe man bei Eurowings „davon aus, dass die Ausnahmen, wie sie beispielsweise für den Öffentlichen Personennahverkehr formuliert wurden, auch für Flüge gelten. Dies ist für die Aufrechterhaltung des Flugverkehres unabdingbar. Trotzdem tun wir natürlich alles, um das Risiko einer Infektion so weit wie möglich zu reduzieren.“

Flughafen Köln Bonn: Busse, nur wenn nötig, dann nur halb voll

Dasselbe gilt natürlich auch am Flughafen Köln-Bonn. „Wir tun alles, um Passagiere und Beschäftigte bestmöglich zu schützen“, erklärt Airport-Sprecher Alexander Weise auf unsere Nachfrage.

So würden Flugzeuge soweit möglich direkt am Terminal geparkt, um diese fußläufig durchs Gate betreten oder verlassen zu können. Wenn doch Busse eingesetzt werden müssten, würden  diese „nur noch höchstens halb voll besetzt“, erklärt Weise: „Dafür setzen wir auch zusätzliche Busse in der Abfertigung ein. Diese werden zweimal täglich desinfiziert.“

Außerdem habe der Flughafen zusätzliche Möglichkeiten zur Hände-Desinfektion vor der Einreise, nach der Sicherheitskontrolle und in den öffentlichen Bereichen geschaffen.

Zusätzlich werden Reisende mit „großflächigen Informationskampagnen per Videowall oder über große Plakate sensibilisiert und auf Hygienevorschriften hingewiesen“, führt Weise aus: „Diese Maßnahmen wurden von unseren Fluggästen sehr gut angenommen. Wir stehen zudem täglich in Kontakt mit Partnern, Dienstleistern und mit Behörden, um auf neue Gegebenheiten jederzeit reagieren und Maßnahmen anpassen zu können.“

Minister Andreas Scheuer: „Es sind halt Extremsituationen“

Auch in der Politik wird das Thema Flugverkehr natürlich genau beobachtet und diskutiert. „Wir sind täglich im Kontakt mit der Luftverkehrswirtschaft, um volle Urlaubsflüge zu entzerren und einen Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Es sind halt Extremsituationen“, sagte Andreas Scheuer (45/CSU) Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, im Deutschlandfunk.

Hier lesen Sie mehr: Corona in Deutschland: Warum sterben bei uns weniger Menschen als in anderen Ländern?

Coronavirus Flughafen Abstand

„Bitte halten Sie zwei Meter Abstand“, steht auf einem Monitor im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. Doch im Fluzeug ist es dann vorbei mit dem Abstand.

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dpa

Es sei „schon mit allen Beteiligten der Luftverkehrswirtschaft besprochen, dass zum Beispiel die Situation an den Bussen, die zum Flugzeug kommen, oder auch die Leute, die abtransportiert werden, dass man mehr Busse einsetzt, dass höherer Abstand ist“, führte Scheuer aus und verwies auf „die Aussteigerkarte, wo man genau seine Daten hinterlegt, aber auch Infoblätter, die überarbeiten wir jetzt auch noch mal.“

Der Minister schlug auch den Bogen zum Bahnverkehr, wo es „einen Einbruch von 75 bis 80 Prozent“ gebe, „und auch beim Flugverkehr, was die Passagiere betrifft. Das sind dann Extremsituationen, die wir wissen, die wir kennen, aber wo wir natürlich auch dafür sorgen müssen mit dem Bordpersonal, dass dann die Möglichkeiten des Gesundheitsschutzes alle eingehalten werden. Aber wir sind in einer Extremsituation.“

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